Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

Recht der Sqhuldverhältniffe. 
ipridht dem allgemeinen Gegenjaß zwijhen relativen und abfoluten (fubjektiven) Nechten. 
Dinglide Anjprüce find foldhe, welde auf Berwirklihung de3 dem betreffenden dinglichen 
Hechte ent{predenden Zuftandes gerichtet find, wie überhaupt abfohrte Anfprüche (3. B. 
der Erbichaftseinfpruch) auf Herftellung des dem betreffenden abfoluten Rechte entipredhenden 
ZuftandeS gehen. Dagegen befteht bei fHuldrechtlihen (verfönlidhen) Anfprüchen ihr Gegen- 
jtand in einer Leiftung au8 dem Vermögen des Verpflihteten. Val. Langheineden, a. a. D. 
S. 50, Dertmann a. a. D., Hölder, Komm. 8221 Nr. 1a, S. 445, Gellwig, Lehrbud S. 217, 
Sohm, Der Gegenjtand S, 31, Nr, 18. A. M. Aifolter, Syftem S. 139, der den Gegen- 
jaß de8 dingliden und obligatorijhen Anfpruch3 verneint; ferner Siber, Necht3zwang S. 139, 
(Einen m. €. nit nur überflüffigen, fondern au unklaren weiteren SGegenfabß bringt 
neuerdingS Brecht, Syftem der Vertrags&haftung (IJheringZ Jahıb. Bd. 53 S. 213 ff.) in 
den Unfpruchsbegriff, wenn er zwijdhen einem äußeren und einem inneren Anjpruch 
anterfcheidet; der äußere Anfpruch fei gegeben durd) die Wüniche des Gläubiger8, um deren 
Befriedigung der Schuldner bemüht fein fjoNe; der innere Anfpruch jei das, wa3 ber 
Släubiger vom Schuldner zweds Befriedigung feiner Wünijhe verlangen könne; 8 241 habe 
aur den äußeren AnfpruchH im Auge; S. 228 f. a. a. D.). 
Bon den ebenfall? relativ perfönlihen Beziehungen des FamilienrechHt8 untericheidet 
lid das Schuldverhältniz im engeren obligatorijden Sinne vor allem durch feine wirt: 
igaftlige Zwedbejtimmung, die wefentliH in der Befriedigung eineS beftimmt 
jegrenzten, individualijierten privaten Interefje8 aufgeht, während jene Verhältniffe vor 
viegend auf fittliden Pflichten beruhen und die ganze Perfon ergreifen. Do entjpringen 
au8 den familienrechtligen Verhältniffen auch zahlreiche echte Schuldverhältnijfe 3. B. die 
Unterhaltapflighten (SS 1601 ff., 1613, 1708 ff), Schuldverhältniffe aus der familienrechtlichen 
Bermögensverwaltung ($S 1802 ff., 1838, 1890). Val. Mehbein, Komm. II S. 11 bi. IL, 
Endemann II S. 577 Nr. 20. 
YNeber das Berhältnis des Kechte3 der Schuldverhältnifje zum Erbrecht val. Rehbein 
II S. 11 bj. 3, Mein obligatorifjhe Schuldverhältnifje werden auch Hier begründet durch 
Bermächtnis, Auflage, Pflichtteilsanfpruh (88 1967 Abfj. 2, 2174, 2192 ff., 2303 {f., 3317). 
Die hraktijhHe Bedeutung der vorftehenden UnterfhHeidungen Itegt in der Frage, ob 
und mwiemweit die allgemeinen Borfchriften über Schuldverhältniffe auch auf Unjprüche anz 
zumenden find, die nicht auZ den Nurmen Ddiejes II. Buches, fondern‘ au3 den fonftigen 
Normen des BGG. überhaupt entipringen. 
a) Zweifello8 tft, daß obligatorijdhe Anfprüche, welde aus der Verlegung abfoluter 
Rechte entfbringen, foweit fie nicht in den anderen Büchern des BGB. befonders 
geregelt worden find, nach den Vorfchriften diefes Buches zu heurteilen find. 
Bal. Pland, II S. 4. 
Ader au auf abfjolute, inZbefondere dingligHe Anfprüche finden die Vorfchriften 
diefes Buches infoweit Anwendung, als fig nicht auS den dafür geltenden bes 
jonderen Beftimmungen Abweichungen ergeben. So 3. B. finden die Bor- 
Iqriften über die Nebertragung der Forderungen nad ausdrücklicher 
Beftimmung de3 S 413 auch auf andere Rechte 3. B. auf Abtretung des dingliHen 
Anfprudhs gegen den Befiger auf Herau8gabe der Sache ($ 931) Unwendung. 
Diejer Vorfchrift liegt die allgemeine VoranSfjegung zugrunde, daß die Bor: 
ichriften diefes Buches Überhaupt direkte oder entjprechende Anwendung auch 
auf dinglihe, erbrechtligHe und familienredhtitche Anfprüche finden jollen, foweit 
nicht die befondere Natur diefer Anfprüche die ausichließt. Val. neben Pland, 
a. a. DO. Dertmann S. 4, d. U. M. Siber, RNecht3zwang S. 130. 
4, Nebertragbarfeit des Schuldverhältnifes: Abweichend vom KHaffiihen röm. Rechte 
zilt im modernen Rechte das SchuldverhältniS nicht mehr grundjäglid al mit den urjprünglih 
verbundenen Perfonen unlösbar verknüpft. AWbgejehen von gewijffen Höchft perfönlichen 
Horderungen (S 399) gilt das Schuldverhälini$ al8 ein Vermögensgut, da3 nicht nur im 
Weae der Geiamtnachfolae, jondern auch der Sondernachfolae aktiv und vaffıd auf andere
	        
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