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I. Ubjgnitt: Inhalt der Schwldverhältniffe.
20 Mark und Nidele und Kupfermünzen im Betrage don mehr a8 1 Mark in Zahlung zu
nehmen. (Eine Ausnahme beftand noch für die Talerfiüicde deutiden Gepräge8 und die in
Dejterreich bi Ende 1867 geprägten Eintalerfilide, die durch NSG. vom 28. Februar 1892
außer Kur3 gelebt find.)
Der Neichstafjenjchein Hat feinen Zwangskur8, {ft alio fein Papiergeld im {trengften
Sinne, wird aber von allen Keih3- und Landeskafjen in Zahlung genommen (S 5 des NG.
om 380, April 1874). Val. ferner Neighsbankgef. vom 14. März 1875 8 2 (ROBL S. 177).
Bu Unredht behaupten Müner und Meitel I S. 229, der Gläubiger jet nicht vers
pflichtet, Geld zu Wwechfeln, der Schuldner Habe ftet® genau den gefuldeten Betrag anzubieten.
Maßgebend ift vielmehr $ 242 (Treu und Glauben mit Nücfiht auf die Verkehröfitte); zU«
Jäffig it nur, daß unter beitimmten Umftänden an Öffentligen Kafjen ujw. bei Majjenein-
zahlungen feiner Beträge der Gläubiger verlangen kann, daß daS Geld abgezählt bereit gehalten
werde. Auch Kann die Annahme eine größeren Geldjtücks abgelehnt werden, wenn den
Umitänden nad) nit zu erwarten ift, daß der Gläubiger über genügendes Wechjelgeld
verfügt (Zahlung an einen Drofjchlenkutjher; derfelbe braucht keinen Hundertmarkfdhein zu
mechieln, Hat {id aber mit Heiner Scheidemünze zu verfehen, entfprehend dem durgh die
Erfahrung feitgejtellten Durchiehnittsbetrag jeiner Forderungen), Val. darüber Krücmann,
Recht 1901 S. 85 {f. Gegen diejen Hilie im „Fuhrhalter“ Nr. 17 S. 187, val. auch Neu-
mann, Sahrb. I S. 151.
Die Beftimmungen des BGG, haben bald das Geld inı weiteren Sinne (Berkehr8=
geld), bald das Stantsgeld im Auge, leßtere8 {tet3, wo e8 fig um Erfüllung einer vblis
gatorifghen Verbindlichkeit Handelt. Bon Geld im weiteren Sinne reden die SS 1806 (Mündel-
zeld), 935 Ubj. 2 (EigentumSerwerb), 232 (Sicherheit&leiftung), 270 Ubi. 1 (Nebermittlungs:
bilicht), 301, 1288, 1653. Vgl. Enneccerus I 8 116 gegen Endemann.
Eine Geld{huld im Sinne der SS 244, 245 liegt nicht vor, wenn über Lieferung
ner beftimmten Quantität beftimmter Münzen Fontrahiert wird, 3. B. Lieferung von
100 Bwanzigfrankfjiticen, Unfhaffung von 30 Frankfurter Talern. In diefen Fällen Handelt
z3 jichH um eine reine GattungSihuld im Sinne des & 248. Bal. Bem. 3 zu S 243. Wind-
icheid-Ridh II S 256 S. 48.
8 244.
Sit eine in ausländijdher Währung ausgedrückt SGeldjhuld im Inlande zu
‚ablen, fo fann die Zahlung in Reichswährung erfolgen, e$ jet denn, daß Zahlung
nn ausländifcher Währung ausdrücklich bedungen ft.
Die Umrechnung erfolgt nach dem Kurswerthe, der zur Heit der Zahlung
Air den Zahlungsort maßgebend fit.
&. I, 215; 0, 208: IH. 238.
4. $ 244 gilt nur für die im Inlande zahlbaren Geldjhulden; er gilt hier aber
uch bei nicht HEN DEn Berpflichtungen. Für die im Auslande zu be-
‚abhlenden find die Mormen des internationalen Privatrecht? malgebenn. Se darüber
9. Bar, Yeorie und Praxis des internation. Vrivatrechts 11. 48 ff: Borhem. E’ zu Art. 7,
Bem. II, C zu Art. 11.
Aus der Nechtipredhung vol. ROSE. vom 19. Dezember 1906 in 23. Bd. 1 S. 221
St eine in Brafilien zahlbare Gelbijumme in dem uerundeliggenben SejellichaftSvertrag
nach englifdher Währung ausgedrüct und als „Oegenwert“ ein Betrag in Ddeutfcher
SEO angegeben [£ 350 — equivalent a if, 7000), {fo it, auch wenn die im Jahre 1899
au8geftellte Quittung über Milreis ausgeftellt ift und die Bahlung in Milreis erfolgt
mar, die inzwijchen eingetretene bedeutende N Ya er brafilianifdhen Währung
nicht zu berückichtigen). Val. ferner ROGHG, Bd. 23 S, 205, Dd. 25 S. 41, RGE. Bd. 1
S. 23, Bd. 6 S. 125, Bd. 9 S. 3, Bd. 19 S. 48; ©. Hartmann, Internationale Seld-
ichulden 1882; Beitfhr. |. ON. Bd. 27 S. 512 F., Bd. 28 S. 283 ff. (öfterreich. Ent{ch.).
2. Auch wenn die gefhGuldete Geldfumme in ausländifher Währung ausgedrückt ft,
jteht e5 regelmäßig im Belieben des Schuldners, ob er in diejer Währung oder in Reichs:
mähruna bezahlen will. Der Gläubiger kann fich iedoch ausbedinaen, daß die Bahlung