LV Vorwort.
der Buchhaltung in den einzelnen Abteilungen in kritischer Weise
so dargestellt, wie es in größeren Kreditbanken vielfach beobachtet
werden kann. Die zahlreichen Formulare, Kontenbilder, Schemata
und Skizzen sind deshalb nicht Selbstzweck; jie sollen helfen, in
den Geist der Bankbuchhaltung und in die Zusammenhänge zwischen
Arbeitsdurchlauf, Organisation, Kontrolle und Buchhaltung
einzuführen und so zum wirtschaftlichen Denken anzuleiten. Dem
Charakter der „Handelsbücherei“ und dem vorgeschriebenen knappen
Umfange des Werkes entsprechend, mußten die theoretischen
Erörterungen hierbei stark zurücktreten. Die Probleme der Bilanzaufstellung
und der Bilanzauswertung vom Standpunkt des
Bankleiters und des Bankkunden wurden mit Rücksicht auf die
Sonderveröffentlichung des Verfassers: Bankbilanzen, Handelsbücherei,
Band 71, vernachlässigt.
Bei allen größeren Instituten beschäftigt man sich gegenwärtig
mit den Fragen der Umstellung des Rechnungswesens auf Maschinenbetrieb.
Trotzdem hat der Verfasser zunächst die überlieferten
Formen der Bankbuchhaltung dargestellt und die Probleme
der Mechanisierung der Bankbuchhaltung nur in einem gedrängten
Überblick gekennzeichnet. Er ist der Ansicht, daß vor
einer voreiligen und systemlosen Umstellung der Bureauarbeit
auf Maschinenbetrieb dringend gewarnt werden muß. Das gemischte
deutsche Bankwesen erschwert die Einführung der Maschinen
durch die Mannigfaltigkeit seiner Geschäfte. In kleineren
Instituten und in Abteilungen mit geringem Umfang der gleichförmigen
Geschäfte würde die Maschinenarbeit oft eine Hemmung
des Ertrages bedeuten.
Möge das Werk sich viele Freunde unter den Studierenden der
Bankbetriebslehre und den Bantkpraktikern erwerben und durch
seine Anregungen in bescheidenem Maße an der Gesundung des
deutschen Bankwesens mitarbeiten.
Für freundliche Hilfe bei Sichtung der Beispiele und beim Lesen
der Korrekturen bin ich mehreren Mitgliedern meines Seminars
zu Dank verpflichtet.
Fr aul snr. M den 19. November 1925.
Oberursel,
Wilhelm Kalveram.