Full text: Finanzwissenschaft

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3. Buch. Die Staatsausgaben. 
Italien 
Preußen 
Ungarn 
Türkei 
Österreich 
0,2 
0,4 
0,5 
0,7 
1.3 
Da natürlich die Erfüllung der obigen Zwecke ein gewisses 
Ausgabenmaß unbedingt in Anspruch nimmt, so können dieselben 
wie oben bemerkt — unter ein gewisses Niveau auch in kleinen 
Staaten nicht herabgedrückt werden, woraus folgt, daß die Kosten 
des Hofstaates in kleinen Staaten verhältnismäßig größer sind als 
in großen Staaten. , 
Fassen wir nun die Verhältnisse in republikanischen Staaten 
ins Auge, so finden wir, daß hier die Kosten, die mit der Stellung 
des Repräsentanten des Staates verbunden sind, sich viel beschei 
dener gestalten. Das Haupt einer Republik, dessen Funktion an 
eine kurze Zeit geknüpft ist, nimmt nicht jene ausgezeichnete Stellung 
ein, wie das Staatshaupt der erblichen Monarchie. Oft werden zu 
diesen Stellen Bürger aus einfachsten Verhältnissen gewählt. Die 
Ansprüche der Menge sind hier geringer. In kleinen Republiken, 
wie die Schweiz, wird dem Präsidenten ein höchst bescheidenes 
Gehalt gewährt. In großen Staaten republikanischer Staatsform 
wird dem Präsidenten ein solches Einkommen gesichert, das ihm 
ermöglicht, Wohltaten auszuüben, die höhere Kultur zu fördern, 
das Land häufig zu bereisen, eventuell freie Wohnung usw. In 
Frankreich residiert der Präsident im Palais Elysee, in Washington 
im Weißen Hause. Der Präsident der französischen Republik be 
zieht einen Betrag von 1200000 Franks, der der nordamerikanischen 
Republik 50000 Dollar, der Präsident des schweizerischen Bundes 
rates 12000 Franks. 
III. Abschnitt. 
Ausgaben für die gesetzgebenden Organe. 
In konstitutionellen Staaten und Republiken verursacht auch 
der Aufwand für die konstitutionellen Körperschaften, namentlich 
für die gesetzgebenden Körperschaften, wenn auch bescheidene Aus 
gaben. Einen wesentlichen Unterschied bezüglich dieser Ausgaben 
verursacht der Umstand, ob die Mitglieder der gesetzgebenden 
Körperschaften Bezahlung, Diäten beziehen oder nicht, resp. even-
	        
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