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172 Querschnitt durch den Panamakanal. (Stark überhöht.)
des durch seine ungeheuren Wasserstandsschwankungen gefährlichen
Chagresflusses, der im Bereich des Kanalgebiets mündet. Sie wurde
gelöst, indem man durch eine Talsperre den ganzen Unterlauf des
Flusses zu dem riesigen Gatunsee von der doppelten Größe des
Lago Maggiore aufstaute. Begonnen wurde der Bau des Kanals durch
eine ebenfalls von Lesseps gegründete französische Gesellschaft, vollendet
nach deren Bankrotterklärung durch die Vereinigten Staaten. Diese
sind durch den Besitz der in je 8 km Breite zu beiden Seiten des
Kanals verlaufenden „Kanalzone“, durch das vertragsmäßige Recht,
Abgaben zu erheben, und noch mehr durch das Recht, den Kanal
militärisch zu bewachen und zu befestigen. die Eigentümer dieser
wichtigen Durchfahrt.
Die Bedeutung des Panamakanals liegt vor allem in der Abkürzung
des Verkehrs zwischen der atlantischen und pazifischen Küste Amerikas.
Aber auch der Weg zwischen allen Ländern der ostamerikanischen
Küste (etwa nördlich vom südlichen Wendekreis) und den ostasiatischen
Häfen hat eine wesentliche Verkürzung erfahren. Damit erhält aber
namentlich die Union im Verkehr nach den genannten Gebieten einen
beträchtlichen Vorsprung im Wettbewerb mit der europäischen Schiff-
fahrt, für die die Panamaroute im Verkehr mit den pazifischen Ländern
eine weit geringere Wegkürzung bedeutet. Vor der Eröffnung des
Panamakanals waren die Wege von New York und von den europä-
ischen Häfen nach der Westküste Amerikas ungefähr gleich lang, nach
den ostasiatischen Häfen aber für New York länger. Wie die Ver-
hältnisse gegenwärtig liegen, zeigen die Übersichten und das neben-
stehende Kärtchen Abb. 173. Nach allen Orten des Stillen Ozeans,
die östlich von Hongkong gelegen sind, ist der Weg von Hamburg
aus jetzt länger als von New York aus.
Für die Union hat die Panamadurchfahrt zudem eine überaus
große strategische Bedeutung, da sie ihr gestattet, die atlantische
und die pazifische Flotte jederzeit zu vereinigen und ihre Streitmacht
damit an der entscheidenden Stelle zu verdoppeln, eine Möglichkeit,
wie sie in derselben Weise der Nordostseekanal früher der deutschen
Flotte gewährte.
Der Verkehr durch den Panamakanal ist seit der Eröffnung im
August 1915 von jährlich 1088 Schiffen mit 5,0 Mill. Reg.-T. auf 5475
Schiffe mit 21,0 Mill. Reg.-T. i. J. 1926/27 gestiegen. Die amerikanische
Flotte ist am Gesamtverkehr mit mehr als der Hälfte (53 %) beteiligt.
Der Anteil Großbritanniens erreichte 1927 mehr als ein Viertel (26.4 %).