Full text: Die Wirkung der Getreidezölle

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‘Quater (ungefähr 78,6 Kilo auf das Hektoliter). Nach diesem Ver 
hältnisse umgerechnet kostete z. B. im August der englische weisse 
Weizen in London 178,90 Mark und der gelbe («rothe») 171,10 Mark 
die Tonne von 1000 Kilo. Schon Ende September aber war der 
erstere auf 152 —165 Mark und der letztere auf 147—156 zurück 
gewichen und im December Ständen die Preise noch etwas schlechter. 
Die ausländischen Weizensorten jedoch zeigten auffallender Weise 
die entgegengesetzte Preisbewegung. Amerikanischer «Red Winter» 
z. B. stand im August auf 168 Mark, im October auf 179 Mark und 
im November auf 187—192 Mark. Eine ähnliche Preissteigerung 
findet sich in den letzten Monaten des Jahres in London auch bei 
dem australischen Weizen (der oft noch etwas theuerer ist als der 
amerikanische), weniger bei den indischen und südrussischen Sorten, 
deren Durchschnittspreise meistens nicht von denen der oben er 
wähnten englischen Marken abweichen. 
VII. 
Die Marktverhältnisse des Roggens sind wesentlich von den 
jenigen des Weizens verschieden, und daher gestaltet sich auch der 
Einfluss des Zolles auf die Preisbildung bei der ersten Getreideart 
ganz anders als bei der letzteren. Allerdings stammt der grösste 
Theil des nach Deutschland eingeführten Weizens aus Russland, wie 
das auch hinsichtlich des Roggens gilt. Der amerikanische und 
indische Weizen kommt nur in verhältnissmässig kleinen Mengen 
auf den deutschen Markt, aber er wirkt entscheidend auf den eng 
lischen Weltmarktpreis ein, von dem auch der deutsche Preis ab 
hängt, und zugleich staut er den russischen Weizen theilweise zurück, 
der dann in Deutschland Absatz suchen muss. Für Roggen dagegen 
ist Deutschland das einzige grosse Einfuhrgebiet und Russland das 
einzige bedeutende Ausfuhrland. Was Oesterreich-Ungarn, Frank 
reich, Amerika an Roggen ausführen, ist von sehr mässigem oder 
geringem Belange, und die in der Statistik verzeichnete Einfuhr aus 
den Niederlanden und aus den Zollanschlüssen nach Deutschland 
wird grösstentheils ebenfalls ursprünglich aus Russland herrühren. 
So stellt also Deutschland den Weltmarkt für Ausfuhr-Roggen dar; 
allerdings nur in einem bescheidenen Masse, wenn man die ent-
	        
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