Full text : Die Theorie des Geldes

130  Capitel  V.
hat  also  ohne  Zweifel  das  Geld  in  dem  betrefl’endeii
Lande  eine  Veränderung'  im  Werthe  erlitten,  daher
auch  der  Export  resp.  Import  von  Edelmetall  in  diesem
Falle  nicht  sowohl  den  Charakter  einer  blossen  Zahlung, ­
  als  vielmehr  den  Charakter  einer  selbständigen
Handelsoperation  oder  Spekulation,  d.  h.  eines  Exportes ­
  resp.  Importes  von  Waare,  an  sich  trägt
Und  mit  Rücksicht  hierauf  kann  man  also  in  der  That
von  einem  Einfluss  der  Menge  des  Geldes  auf  den  Werth
des  Geldes  in  jedem  Lande  reden.  Allein  erstens  ist
es  doch  immer  nur,  wie  gesagt,  die  Menge  des  Geldes
oder  Goldes  resp.  Silbers  überhaupt  (bullion),  nicht

gen  (oder  vielmehr,  wenn  wir  uns  an  die  englische  Wechselnotirung
  halten:  fallen)  werden.
66)  Diese  durch  den  vergleichsweisen  Stand  des  Diskontos
hervorgerufene  Aus-  oder  Einfuhr  von  Edelmetall  ist  jedoch  nicht
mit  der  Uebertragung  von  Kapital  überhaupt  oder  zum  Zweck  der
Veranlagung  aus  einem  Land  in  das  andere  zu  verwechseln  ,  die
in  dem  vergleichsweisen  Stand  des  Börsenzinsfusses  ihren  Grund
hat  und  sich  zunächst  in  einem  Import  resp.  Export  von  Effecten
äussert  ;  denn  Kapital  kann  auch  in  der  Gestalt  von  Waaren  aus
einem  Lande  in  das  andere  übertragen  werden.  Ob  Kapital  in
der  Gestalt  von  Geld  oder  aber  in  der  Gestalt  von  Waaren  aus
einem  Lande  in  das  andere  geht,  das  hängt  von  den  jeweiligen
Conjunkturen,  d.  h.  einerseits  vom  Stand  des  Diskontos,  andererseits ­
  von  dem  Preisstande  der  betreffenden  Waaren,  ab.
            
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