haben. Der Erzhandel kommt also nur an die kleineren Gruben mit
Produktionen von 100000 bis 200 000 Tonnen heran. Da kommt vor
allen Dingen Nordifrankreich in Betracht, dann Marokko und einige
andere kleinere Gruben. Die großen Gesellschaften sind durch den
Handel vertreten. Die Kiesabbrände müssen aus. allen Ecken zusammengeholt
werden, und es ist Sache des Handels, Mengen zusammenzu
bringen, die dann im großen an die Werke verkauft werden.
Sachverständiger Schneider: Bestehen zwischen dem Oster
und dem Westen in dieser Beziehung Unterschiede? Kauft der Osten
auch direkt bei der Grängesberg-Gegellechaft auf lange Sicht ein?
Sachverständiger Benjamin: Es ist kein wesentlicher Unterschied.
Es muß berücksichtigt werden, daß der Verbrauch im Osten,
also in Deutsch-Oberschlesien, schon durch die kleine Anzahl der dort
befindlichen Hochöfen beschränkt ist. Augenblicklich sind dort 5*/
Hochöfen in Betrieb. Wenn ich von einem halben Hochofen spreche,
so meine ich einen solchen, in dem Ferromangan hergestellt wird, der
also nur die Hälfte erzeugt. Der wesentliche Teil der oberschlesischen
Werke wird heute auch durch schwedische Erze gedeckt, die genau so
bei der Grängesberg-Gesellschaft eingekauft werden, wie es die west
lichen Werke tun.
Anders haben sich die Verhältnisse in Polnisch-Oberschlesien gestaltet.
Auch die Werke, die polnisch geworden sind, versorgen sich
heute zu einem Teil aus den polnischen Gruben. In Polen kommen. die
Toneisensteine vor, die an sich ein recht gutes Erz sind. Außerdem
beziehen die polnischen Werke, und zwar sowohl die ehemals deutschen
als auch die in Kongreßpolen liegenden, das Kieselgurerz, augenblicklich
in einer Menge von ungefähr 400000 Tonnen im Jahr.
Vorsitzender: Wir haben uns heute eingehend über die Frage
nach dem Verhältnis von Nachfrage und Angebot auf dem Erzmarkt
unterhalten. Insbesondere hat dabei die Frage eine Rolle gespielt, wie
es sich beim phosphorhaltigen Eisen gestaltet. Wie beurteilen Sie
dieses Verhältnis?
Sachverständiger Benjamin: Man kann wohl von einem Mangel
an phosphorhaltigem Erz sprechen. Dieser Mangel ist schon so weit
gesteigert worden, daß heute Thomasroheisen aus phosphorarmen Erzen
unter Zusatz von Hochofenphosphat hergestellt wird. Aber ich glaube,
daß gerade diese Phosphate immer den Regulator bilden werden, denn
der Phosphor wird bekanntlich beim Thomasprozeß zurückgewonnen,
und der Preis der Phosphorsäure im Thomasmehl ist höher als im Roh-Phosphat.
Da’ nun wegen des Zusatzes von Rohphosphat nicht etwa der
Thomasprozeß geändert zu werden braucht, kommt der Zusatz von
Hochofenphosphat darauf hinaus, daß man die im Phosphat vorhandene
unlösliche Phosphorsäure in die lösliche Phosphorsäure, wie sie in der
Thomasschlacke wiederkehrt, umwandelt. Ich will damit nur sagen,
daß man nicht besorgt zu sein braucht. Letzten Endes wird sich natürlich
zu einem gewissen Zeitpunkt, wenn der Phosphor nicht mehr da
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