— 25 —
Teil aus München selbst, größtenteils kommen die Massen
dieser Arbeiter aus den umliegenden Gauen und Bezirken.
So umfaßt die aus den Regierungsbezirken Südbayerns, er
folgende Zuwanderung einen beträchtlichen Teil ungelernter
Arbeiter, da sie eine vorwiegend landwirtschaftliche Bevölke
rung haben. Wenig vorteilhafte Verhältnisse, die Voraussicht
nie eigenen Grund und Boden besitzen zu können und die
rosigen Schilderungen heimkehrender Arbeiter, läßt sie das,
Leben in der Stadt und die industrielle Tätigkeit der heimat
lichen Scholle und der schweren landwirtschaftlichen Arbeit
vorziehen. Aber auch hier wird ihnen nur selten die Möglich
keit, ihre Existenz wirtschaftlich durch Besitz zu sichern, sie
bleiben großenteils zeitlebens vom Ertrage ihrer Arbeit ab
hängig.
Da München ein ausgedehntes Kleinbürgertum, Kleinhand
werker und Kleinhändler, besitzt und viele Betriebe sich im
wirtschaftlichen' Kampfe nicht mehr zu halten vermochten, zeigt
die Masse der gelernten Arbeiter einen erheblichen Einschlag
an früheren Kleinmeistern, die ihren Betrieb aufgegeben haben
und nun teils als Virtuosenarbeiter, Aufseher, Meister oder
doch bessere Arbeiter in den Großbetrieben tätig sind. Häufig
finden wir dies im künstlerischen und polygraphischen Ge
werbe, aber auch die holzverarbeitenden Industrien, wie die
Möbelfabriken, weisen eine beträchtliche Anzahl solcher Ar
beiter auf, die ihre einstige Selbständigkeit aufgeben mußten.
Während diese Arbeiterkategorie fast ausnahmslos zu den Mün
chener Bürgern zählt oder doch schon lange Jahre hier an
sässig ist, gehören die als Arbeiter tätigen früheren Gesellen
eines Handwerks zu 4 / 5 den Zugewanderten an. Sie bilden
jenen Teil der gelernten Arbeiter, der weit von seiner Heimat
weg Beschäftigung sucht und findet. Wir sehen sie sowohl in
der Maschinenindustrie wie namentlich im Buchdruckergewerbe,
das ja von den tariftreuen Arbeitern eine Lehrzeit von 4 Jahren
fordert, außerdem bei all den Industrien, die auch bei größter
Arbeitsteilung, intelligente, anpassungsfähige und willensstarke
Menschen verlangen.
Leider machten wir gerade in München die Erfahrung,
daß solche Arbeiter nur Arbeiter bleiben und es nicht weiter