fullscreen: Die Arbeiterfrage in der Südrussischen Landwirtschaft

144 
in den Qouv. Cherson und Ekaterinoslaw, dagegen ein Sinken in Taurien, 
Bessarabien und dem Dongebiete. 
Die Bewegungen der Fristlöhne für Frühjahrs- und Sommer 
arbeiten zeigen in den 90er Jahren eine Erhöhung im Vergleich mit den 
70er Jahren und ein Sinken im Vergleich mit den 80er Jahren in den 
Qouv. Cherson und Ekaterinoslaw. Dagegen wird in Bessarabien, 
Taurien und im Dongebiet ein regelmässiges und ununterbrochenes 
Steigen bemerkt. 
Im Qouv. Ekaterinoslaw sind die Jahreslöhne in den Jahren 
1891 —1900 im Vergleich sowohl mit dem ersten, wie auch mit dem 
zweiten Jahrzehnt gefallen. Sm Dongebiet und Bessarabien wird dagegen 
ein regelmässiges Steigen bemerkt. In Taurien und im Qouv. Cherson 
sind die Löhne im letzten Jahrzehnt im Vergleich mit denen in den 
Jahren 1871—80 gestiegen, dagegen im Vergleich mit den Löhnen im 
Jahrzehnt 1881—1890 unbedeutend gefallen. 
§ V. Die Bewegungen der Reallöhne. 
Bei der Untersuchung der Reallöhne der Landarbeiter in den neu 
russischen Gouvernements stösst man auf viele Schwierigkeiten. Es ist 
vor allem die beständige starke Zuströmung von Wanderarbeitern in die 
neurussischen Gouvernements, die die Feststellung der Reallöhne ziemlich 
kompliziert macht. 
Nimmt man als Masstab für die Reaüöhne den Getreidepreis, so 
versteht es sich von selbst, dass für die Wanderarbeiter, die 6—7 
Monate in den südrussischen Gouvernements und die übrige Zeit zu 
ELiuse in ihrer Heimat verbringen, nicht nur die Getreidepreise in den 
neurussischen Gouvernements von Bedeutung sind, sondern auch die in 
den Ortschaften, wohin sie nach halbjähriger Wanderung zurückkehren 
und wo ihre eigene Wirtschaft liegt. 
Ziehen wir in Betracht, dass nach Neurussland Wanderarbeiter aus 
vierundzwanzig Gouvernements Zuströmen, also aus einem Gebiet, das 
etwas weniger als die Hälfte des Europäischen Russlands umfasst, so 
ist es leicht zu sehen, dass die Getreidepreise in Neurussland bei den 
grossen Unterschieden zwischen den neurussischen und allen übrigen 
Gouvernements und zwischen diesen vierundzwanzig Gouvernements 
untereinander keine massgebende Bedeutung haben können. 
Ausserdem gehen die meisten Bauern aus dem Nordwest- und 
Zentralrussland als Wanderarbeiter in die neurussischen Gouvernements, 
um durch Verwertung ihrer Arbeitskräfte in den Stand gesetzt zu werden, 
die auf ihnen mehr und mehr lastenden Rückstände an Äblösungs-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.