Full text : Das Petroleumgebiet der galizischen Westkarpathen

Der  erste  Zug  nimmt  seinen  Anfang  in  Loste,  überschreitet  bei  dem
„mittleren  Meierhofe"  den  Ropa-Fluß  und  streicht  über  Drggówka,  Ropa,
unter  dem  Helm-Berg  regelmäßig  NW.,  bis  er  sich  plötzlich  gegen  N.
(h.  10—11)  wendet,  die  Chaussee  passirt,  um  bald  darauf  in  demKustra-Bache
  an  die  strzolkaartigen  Schichten  anzustoßen.  Noch  weiter  im  N.
verschwindet  er  im  Gebiet  der  eocenen  Sandsteine.
Diese  Unregelmäßigkeit  bedingt  eine  gewisse  Störung  im  geologischen
Baue  der  Gegend.
Schon  die  ganze  Masse  des  Helm-Berges  weicht  auffallend  nordwärts
ab,  möglicherweise  steht  auch  die  Zerreißung  des  Ropianka-Zuges  in  zwei
Partien  (nämlich  die  Antiklinale  auf  dem  Blich  und  der  Aufbruch  unter
dem  Helm-Berg)  mit  dieser  Erscheinung  in  Verbindung.
Ein  zweites  Auftreten  der  Menilit-Schiefer  haben  wir  in  der  großen
Synklinale  von  Grybów.  Sie  beginnt  in  einem  breiten  Durchmesser  in
Grybow  und  zieht  sich  dann  weiter  nach  WNW.  Man  darf  jedoch  nicht
dieselbe  auf  der  geologischen  Karte  mit  dem  Zug  von  Ropa  in  Verbindung
bringen,  weil  es  nur  hypothetisch,  keineswegs  aber  naturgemäß  wäre.
Endlich  haben  wir  die  jüngsten  karpathischen  Sandsteine  in  dem
Jaworz-Zuge  bei  Ptaszkowa  und  auf  dem  Kiczera-Berg  bei  Florynka  ausgeschieden. ­
  Ob  diese  Schichten  dem  Oligocen  oder  einem  anderen  Horizonte
angehören,  das  ist  eine  Frage,  die  sich  vorläufig  nicht  beantworten  läßt.
Den  Berglehm  haben  wir  auf  dieser  Karte  nicht  berücksichtigt,  da
dieser  eine  sehr  untergeordnete  Rolle  spielt  und  da  die  Ausscheidung  desselben ­
  das  richtige  Bild  des  Ganzen  sehr  stören  würde,  hingegen  haben
wir  die  Flußanschwemmungen  des  Ropa-  und  Biala-Flusses  durch  uncolorirte
  Stellen  auf  der  Karte  sichtbar  gemacht.
3.  Zone  7.  Colonne  XXIV,  MV.
(Grybüw,  Bobowa  u.  s.  w.)
Wir  werden  uns  schon  auf  den  ersten  Blick  auf  dieses  Kartenblatt
überzeugen  können,  daß  das  ganze  Terrain  desselben  in  zwei  Gebiete  zerfällt, ­
  nämlich  ein  nördliches  und  ein  südliches,  die  sich  bezüglich  des  geologischen ­
  Baues  wesentlich  von  einander  unterscheiden.
Denn  während  das  südliche  Gebiet  noch  in  das  Gebirge  fällt  und  die
einzelnen  Formationen  zonenweise  entwickelt  zeigt,  so  haben  wir  nördlich
davon  die  subkarpathische  Ebene,  die  vor  Allem  durch  besondere  starke
Entwicklung  des  dilluvialen  Lehmes  in  die  Augen  fällt.
Im  südlichen  Theile  der  Karte  erblicken  wir  in  der  Gegend  von  Grodek
die  Ropianka-Schichten  mit  den  rothen  Thonen  als  eine  unmittelbare
Fortsetzung  des  älteren  Aufbruches  in  Ropa,  die  aber  bald  unter  den
plattigen  eocenen  Sandsteinen  verschwinden.
            
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