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GESCHÄFTSSCHILDER IM ALTERTUM
delle in den Ausla gen. Solche waren zunächst bei der Wiener
Messe 1924 bei einzelnen Firmen zu sehen und nahmen von hier
aus den Weg in die Schaufenster einer Reihe großer Firmen.
Um 1800 wurde von einer amerikanischen Lotterie zum ersten
Male das Sandwichpferd (s. Abb. 13) verwendet.
Bei Zirkusunternehmern ist es beliebt, exotische Tiere
mit der Aufschrift des Standortes des Unternehmens durch die
Straßen zu führen. So erzählt auch P. T. Barnum über die
Reklame für seinen Zirkus im Jahre 1849, daß er zwei mit je
zwei Elefanten bespannte Wagen durch den Broadway in
New York zu Reklamezwecken auf- und abmarschieren ließ.
IIIl. Das Geschäftsschild. ;
a) Die antike Zeit.
Das Geschäftsschild hat ebenso wie das Warenzeichen
(s. Abb. 87 u. f.) eine gewisse Verwandtschaft mit den bis in
die ältesten Zeiten verfolgbaren Wappen.
Schon bei Aristoteles (ca. 350 v. Chr.) finden wir die
Stelle: „Er hing das wohlbekannte Zeichen an der Front seines
Hauses auf“. Eine Bemerkung, aus der auf die Zunftzeichen
ähnlichen Einrichtungen zur damaligen Zeit geschlossen wird.
Wohl das interessanteste uns erhaltene Geschäftsschild
aus der Antike ist dds in der Nähe des Sarapeums bei
Memphis gefundene Aushängeschild.eines griechischen Traum-
deuters (s. Abb. 14), welches aus dem 3. Jahrhundert vor Chr.
stammt. Das Schild hat die Form eines Tempels, dessen
Dach von zwei als Karyatiden dargestellten Ägypterinnen ge-
tragen wird. Mit schwarzer Farbe ist auf der Steinplatte
ein Altar und daneben ein Apissier aufgemalt ; über diesem
ist nach dem von Otto Rubinsohn entzifferten und in der
Festschrift für Johannes Vahlen (Berlin 1900) wiedergegebenen
Inhalt folgende Aufschrift angebracht:
„Ich, ein Kreter, deute die Träume in der Gottheit Auftrag.
Verlasse Dich auf. Tyche (Göttin des Zufalls) !“
Durch Ausgrabungen in Pompeji!) sind wir über die Ge-
schäftsschilder der antiken Zeit ziemlich genau informiert,
1) Siehe Overbeck, Pompeji, Verlag W. Engelmann, Leipzig.