Object : Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

Fülle  von  Humor  und  Satire  die  Darstellung.  Die  Kunst
begründet  sich  auf  die  Lebenserfahrung  Colomas,  der,  am
7.  Januar  1851  in  Jerez  de  la  Frontera  geboren,  noch  als  Knabe
in  den  Seedienst  getreten  war,  dann  fünf  Jahre  in  Sevilla  Rechtswissenschaft ­
  studiert  hatte  und  nach  größeren  Reisen  1874  in
die  Gesellschaft  Jesu  aufgenommen  wurde.
Schon  in  dem  früheren  bez.  Abschnitt  ist  von  Vertretern
der  Heimatdichtung  im  Bachemschen  Verlag  die  Rede  gewesen,
bevor  diese  Dichtungsart  die  große  Literaturmode  geworden  war.
Ihnen  reihen  sich  noch  weitere  an.
Die  Kölnische  Volkszeitung,  sagt  Prof.  Wilh.  Kosch  in  einer
Studie  in  der  Literarischen  Warte  von  1904,  entdeckte  im  Jahre  1890
Anton  Schotts  Dichterseele.  In  den  folgenden  Jahren  führte
sie  den  neuen  Böhmerwalddichter  mit  den  kleinen  Geschichten
„Schwarzblattl“  (Aug.  1891)  und  „Am  Scheidewege“  (Jan.  1893)  in
die  Leserwelt  ein.
Aus  einer  kleinen  Waldgemeinde  Hinterhäuser,  nahe  der  österreichischen ­
  Bezirksstadt  |Neuern  und  angesichts  des  jedem  Böhmerwaldbesucher ­
  bekannten  Arbers  ist  Schott  am  8.  Februar  1866  als  Sohn  eines
armen  Häuslers  hervorgegangen.  Erst  im  Jahre  1877  konnte  er  eine  neu
eröffnete  Volksschule  zwei  Jahre  lang  besuchen.  Ihr  Lehrer  erreichte
es,  daß  der  Vater  unter  Opferung  der  einzigen  Kuh  den  begabten  Jungen
zur  Realschule  nach  Pilsen  sandte.  Als  Selbstlerner  bestand  er  1887  die
Lehramtsprüfung  und  wirkte  nun  bis  1896  als  Lehrer  in  deutschen  Schulen.
Nach  einer  weiteren  Ausbildung  zog  er  sich  zuerst  nach  seinem  Heimatort ­
  zurück,  wo  er  nach  mancher  Anfeindung  Gemeindevorsteher,  Ortsschulrat ­
  und  vielfacher  Familienvater  wurde,  um  1908  eine  zweite  Heimat
in  Bergham  bei  Linz  an  der  Donau  zu  finden.  Schott  hat  eine  außerordentlich ­
  fruchtbare  schriftstellerische  Tätigkeit  entfaltet.
Seine  ersten  Werke,  die  bodenständigen  Novellen  „Der
Königsschütz“  und  „Aus  der  Art  geschlagen“,  sowie
„Der  Hüttenmeister“,  erschienen  1896,„D  er  Wildhof“  1898  im
Bachemschen  Verlag.  Ihnen  folgte  im  Jahre  1901  die  kulturgeschichtliche ­
  Erzählung  „Der  letzte  Richter“,  in  der  der  seelische ­
  Konflikt  eines  um  alte  Gerechtsame  kämpfenden  Bauern
im  Mittelpunkt  steht.  Auch  den  Roman  „Gottestal“,  der  aus
einem  von  der  Deutschen  Literatur-Gesellschaft  in  München
ausgeschriebenen  Preisausschreiben  gekrönt  hervorging,  erwarb
1908  Bachems  Verlag.  Das  Werk  gehört  zu  den  sozialen  Romanen
und  schildert  die  Verhältnisse  in  einer  der  Böhmerwald-Glashütten. ­
  Schott  ist  ein  trefflicher  Volksschriftsteller,  seine
            
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