,
—ZW3
———
XV. Abschnitt
Der Jungdeutsche Orden
Seine Gründung
Der Jungdeutsche Orden wurde gleich nach der Revolution ge—
gründet. Seine Aufgabe war die Organisation nationaler Kräfte
mmitten der Wirren der Revolution. Alle alten Bindungen waren
zerrissen. Vorhandene nationale Organisationen waren nicht in der
Lage, namhafte Kräste zu formieren. Alle Programme, Losungs—
worte und Methoden, mit denen man bis zur Revolution nationale
Kräfte gesammelt und organisiert hatte, waren hinfällig geworden und
versagten in den neuen Verhältnissen. Keine einzige der alten füh—
renden Persönlichkeiten fand einen neuen Weg zur Schaffung natio—
naler Kräfte. Jüngere Führer aus dem Frontgeschlecht, die zunächst
vergeblich auf den Sammelruf der alten Führung gewartet hatten,
sprangen vor die Front und organisierten zunächst kleine Gruppen
von entschlossenen Männern.
Die Gründung des Jungdeutschen Ordens vollzog
sich mit dem Willen zur Schaffung völlig neuer
Methoden. Schon im Namen drückte sich die Verflechtung
der Begriffe von Potsdam und Weimar aus.
In dem Worte „jungdeutsch“ sollte das Bekenntnis zu einer neuen
Auffassung von Volk und Staat verankert werden. Schon das Wort
war eine Absage an die Organisationsmethoden der Vergangenheit.
Die Wiedergeburt neuer Kräfte erschien dem Frontsoldatentum nur
möglich in der gleichzeitigen Verankerung eines neuen und freieren
Begriffes von Volkstum und Staatsbürgertum.
181