Dritter Abschnitt.
Das tlieoretische Industriesystem.
Erstes Capitel.
Die Leistung Adam Smiths.
Dio Tendenz der moderneren Auifassung der Oekonomie bewegt
sich oifenbar in einer Richtung, die einigcrmaassen zu
den Ideen derjenigen stimmt, welche die wissenschaftliche Oekonomie
erst mit Adam Smith beginnen lassen und auf diese
Weise den letzteren zum Schöpfer der Sache machen. Im Gegensatz
hiezu stehen die Meinungen, welche sich in die entlegensten
Alterthümer der Völker verlieren und die Sätze der Nationalökonomie
von ganz gewöhnlichen Begriffen des gemeinen
Lebens nicht zu unterscheiden vermögen. Wir haben in dem
Früheren vielleicht schon zuviel Raum verbraucht, um nachzuweisen,
wie man sich die Vorzeit der ernstlich theoretischen
Oekonomie zu denken habe. Die antike Welt lieferte nur sehr
unerhebliche Reflexionen; das Mcrcantilsystem der neuern Zeit
war aber nur eine Gestalt der Praxis, die schriftstelleiisch
zwar in einer umfassenden Literatur erläutert wurde, aber iliie
Bedeutung mehr in den Trieben, Nothwendigkeiten und Vorurthcilcn
der thatsächlichon Positionen hatte. Die Ideen wurden
in diesem Kreise nur wichtig, weil sie der Ausdruck von
Verhältnissen waren, die mächtiger als Kauflcute und Staatsmänner
den Gang der Dinge auch durch Vermittlung von Irrthüincrn
bestimmen mussten. Die Opposition, die sich gegen
den mercantilen Anschauungskreis in Frankreich regte, fühlte
zum Physiokratismus, während der mehr ausgewachsene Handel
Englands schon immer entschiedener auf die moderne Metamorphose
dos alten Mercantilsystems deutete. Die Zuführung