Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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zugleich  die  gesunden  Lebenskräfte  zu  einer  freieren  Betliätigung
  gelangen  liess.  Zustände  und  Ideen  wurden  gleichzeitig
in  Bewegung  gebracht  und  im  Bereich  dieser  doppelten  Erschütterung, ­
  der  die  ideellen  Vorspiele  vorangegangen  waren,
ist  die  Geburtsstätte  des  modernen  Socialismus  zu  suchen.  Die
Namen  derjenigen,  welche  herkömmlich  als  Vertreter  des  älteren
Socialismus  genannt  werden,  gehören  solchen  Persönlichkeiten
an,  deren  jüngere  Jahre  theils  in  die  unmittelbaren  Vorspiele,
theils  in  die  Zeit  der  wirklichen  Durchführung  der  Eranzösischen
  Revolution  fielen.  St.  Simon,  der  älteste,  ja  streng  genommen ­
  der  einzige  bedeutende  Vertreter  der  ersten  cigentlicli
socialistischen  Ideen,  hat  zwar  dem  Ereigniss  nur  zugesehen
und  seinen  Gedanken  sofort  eine  nach  seiner  Ansicht  positive
und  organisatorische,  in  Wahrheit  freilich  noch  restaurativ  geartete ­
  Richtung  gegeben.  Nichtsdestoweniger  muss  das  Beste
in  seinem  Ideenkreis  wenigstens  als  eine  Rückwirkung  der
Eindrücke  und  als  eine  Frucht  der  vorübergehenden  Freiheit
sowie  des  Gedankenaufschwungs  jener  Epoche  angesehen  werden. ­
  Er  war  unter  denen,  die  man  im  engem  Sinne  Socialisten
nennt  und  von  den  Communisten  unterscheidet,  der  verhältnissmässig
  kühnste  und  ideenreichste.  Einige  von  ihm  formulirte
  Gedanken  haben  in  etwas  veränderter  Gestalt  bis  heute
fortgewirkt.  Besonders  sind  sie  durch  einen  Mann,  der  ursprünglich ­
  sein  Schüler  war,  aufgenommen  und  weiter  entwickelt
worden.  Ich  meine  den  Philosophen  August  Comte,  der  für
unser  Jahrhundert  unter  den  bis  jetzt  bekannten  Erscheinungen
als  der  bedeutendste  Französische  Vertreter  der  allgemein
wissenschaftlichen  Philosophie  gelten  muss.  Nun  ist  aber  auch
der  letztere  ohne  den  Hintergrund  jener  grossen  politischen
Bewegung  gar  nicht  zu  verstehen,  und  so  bestätigt  es  sieh
durch  den  weiteren  Verlauf  der  Erscheinungen,  dass  die
moderne  Socialtheorio  ihre  ersten  Ansatz-  und  Stützpunkte  in
der  Französischen  Revolution  zu  suchen  hat.  Freilich  darf
man  hiebei  nicht  übersehen,  dass  es  an  romantischen  Rückläufigkeiten ­
  bei  allen  fraglichen  Repräsentanten  des  älteren
Socialismus  und  bei  der  die  Socialökonomio  mit  einer  flauen
Sociologie  vertauschenden  Comteschen  Lohre  nicht  gefehlt  hat.
Diese  nicht  blos  zufälligen,  sondern  principiellen  Züge  réactiver
Art,  namentlich  aber  die  schon  von  St.  Simon  beliebte  und
von  Comte  ausgeführte,  äusserst  gnädige  Construction  des
            
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