84 Viertes Kapitel. Grundlegung einer wirtschaftlichen Theorie des Geldes.
genügen. Für die überstaatliche Theorie bildet das Aufhören
der Ooldzirkulation schon einen Rückschritt, gesehen
unter dem allerdings einseitigen Gesichtspunkte der
endlichen Befriedigung. Es erscheint das als Übergang zu
einem System größerer Unsicherheit. Dies kann auch »aktuell«
werden. Mag der Goldkern noch so sicher untergebracht
und bewacht sein, er ist leichter zu beschlagnahmen,
leichter zu rauben, leichter dem äußeren Feind
ausgeliefert, leichter durch eine unzweckmäßige Verwaltung
vergeudet, als das in der Zirkulation fließende und im
Privatbesitze ruhende Gold. Mögen die eigentlichen Funktionen
des Geldes sich am vollkommensten vollziehen, wenn
der Stoffwert geschwunden ist; die Forderung der elementaren
wirtschaftlichen Logik nach der Sicherung endlicher
Befriedigung sollte bei der Diskussion einer Währungsfrage
niemals ganz außer acht gelassen werden; praktisch mag
man sich für möglichste Zurückdrängung des stoffwertvollen
Geldes entscheiden, theoretisch sollte man wenigstens
darüber klar sein, welche Konsequenzen diese Politik
haben kann. Im einzelnen Falle mag der individualistische
Gesichtspunkt bedeutungslos sein; eine prinzipielle Außerachtlassung
kann sich bitter rächen, wenn auch die Folgen
vielleicht erst nach Jahrzehnten und Jahrhunderten in überraschender
und erschreckender Klarheit zutage treten
könnten durch politische Konstellationen, deren Möglichkeit
heute vielleicht noch gar nicht ausgedacht werden kann.