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ordentlich unreif und oberflächlich in ihrem Urteil, auch in ihrem
Gemütsleben und ihrer Willensbildung außerordentlich unentwickelt
sind. Die für die Geschlechtsreife charakteristischen Veränderungen
fehlen, auch der ganze Gesichtsausdruck bleibt außerordentlich kindlich.
Hierher gehört auch der Schwachsinn bei Hydrozephalus oder Wasserkopf,
charakterisiert durch eine sehr starke Ausdehnung des knöchernen
Schädels, vorgewölbte Stirn. Der hintere Teil des Schädels ist stark
nach oben ausgebuchtet, der Gesichtsschädel recht klein.
Eine der häufigsten Ursachen des Schwachsinns beruht auf Entzündungen,
schweren Erkrankungen des Gehirns in den ersten Lebensjahren,
es ist der Schwachsinn infolge sogenannter Kinderlähmung.
Wenn auch in einzelnen Fällen eine solche zerebrale Kinderlähmung
die seelische Vollentwicklung des betreffenden Menschen nicht beeinträchtigt,
so ist doch eine mit den Jahren immer deutlicher werdende
Geistesschwäche als Folgezusstand dieser Krankheit sehr häufig. Die
geistige Schwäche zeigt sich bald mehr als ein Zurückbleiben des Verstandes,
bald mehr als Gemüts- und Willensschwäche, häufig verbunden
mit epileptischen Anfällen, häufig auch vergesellschaftet mit
mehr oder weniger ausgeprägten körperlichen Lähmungsersscheinungen.
Wenn man also geistige Schwäche mit Lähmungsersscheinungen an
Armen und Beinen findet, kann man in der Mehrzahl der Fälle
darauf schließen, daß eine Kinderlähmung vorgelegen, die eine mehr
oder weniger starke Zerstörung von Gehirnpartien zur Folge gehabt
hat. Solche Kinder lernen spät stehen und gehen. Die Sprache bleibt
oft undeutlich, veitstanzähnliche Zuckungen, Mitbewegungen des
Körpers können wir beobachten. Jederzeit können Krampfanfälle auftreten,
und das Wachstum der gelähmten Glieder bleibt meistens
etwas zurück. Nach Kinderlähmung finden wir alle Abstufungen des
Schwachsinns.
Wenn auch die Zustände von geistiger Schwäche in der Krüppelanstalt
wohl am häufigsten zu beobachten sind, so finden wir aber
auch nicht selten andere psychische Erscheinungen bei den Pfleglingen.
die wir sicher als abnorm, wenigstens an der Grenze der Gesundheit
sich abspielend bezeichnen müssen, und das Wesen vieler Krüppel, besonders
jugendlicher können wir uns nur erklären aus einer abnormen
Anlage heraus, die diese Krüppel von Jugend auf mitbekommen.
Es sind vor allem die psychopathischen Anlagen, die hier in
Frage kommen.
Hierher gehören Menschen, denen dauernd eine leichte traurige
Verstimmung eigen ist, die schüchtern, scheu, still sind, immer mutlos,
verzagt, viel grübeln, alles im Leben ernst nehmen, im Gegenteil
dazu Menschen, die dauernd heiter gestimmt, sich alles zutrauen, die
immer geschäftig sind und unternehmungslustig, die immer sorglos in