Object: Comparison of rates of duty in the Tariff Act of 1930 and in the Tariff Act of 1922

Bewertung der Muße 33 
dadurch zustande, daß er nur in den seltensten Fällen auch 
die kleineren Orte aufsucht und sich so gerne einbildet, die 
Riesenstädte seien die typischen Repräsentanten des Lebens in 
Amerika. Von den Großstädten des Ostens abgesehen, geht es 
aber auch dort ziemlich gemächlich zu, und auch zwischen 
jenen sind Unterschiede vorhanden. Während etwa in New- 
York oder Chicago der speed seine Triumphe feiert, trägt 
Philadelphia, the grand village, wie man es nennt, einen viel 
behaglicheren Charakter; es gilt den Amerikanern geradezu 
als verschlafen, und man erzählt sich die Antwort eines Chi- 
cagoers auf die Frage, wieviel Kinder er habe: vier, drei 
lebende und eines in Philadelphia 50. 
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts schrieb Crevecoeur: „Das 
größte Verbrechen, was man hier begehen kann, ist der Müßig- 
gang. Erst würde man den Faulenzer bemitleiden, hernach 
verachten. Dies ist bei allen ein so allgemeiner Grundsatz, 
und gleichsam ein Nationalvorurteil, daß man hier auch 
keinen einzigen müßigen Menschen sieht‘ 51, und wenn Th6o- 
phile Gautier sich einmal darüber beklagt hat, daß die Men- 
schen noch nicht einmal eine neue Todsünde erfunden hätten, 
so kann der Amerikaner diesen Ruhm für sich in Anspruch 
nehmen: im Müßiggang, Ja, eigentlich schon im Nichtarbeiten 
hat er sie gefunden. Das entwickelte kapitalistische Wirt- 
schaftssystem hat ja schon an sich eine scharfe Beschränkung 
im Arbeitswillen herbeigeführt; es läßt den Menschen nicht 
So viel oder so wenig arbeiten wie er es wünscht, sondern 
zwingt ihn, so lange Zeit zu arbeiten, wie es vorgeschrieben ist. 
Rühl, Vom Wirtschaftsgeist in Amerika a
	        
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