Landwirtschaft.
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sines recht primitiven Betriebs, der sicherlich in vieler Hinsicht
der Verbesserung fähig wäre.
Die Haustierrassen haben sich im Lauf der Zeit den Ört-
lichen Bedingungen angepaßt, würden aber durch Kreuzung
mit fremden Zuchttieren wesentlich gewinnen können. In der
Tat sind in der Zeit Porfirios mehrfache Versuche in dieser
Richtung gemacht worden, freilich nicht immer mit dem ge-
wünschten Erfolg; so wurde z. B. durch Kreuzung mexicani-
scher und nordamerikanischer Pferde eine Mischrasse hervor-
yebracht, die zwar an Größe und Stärke den einheimischen
Pferden überlegen ist, ihnen aber an Geschicklichkeit und Aus-
Jlauer nachsteht.
Der bedeutsamste Zweig der mexicanischen Viehzucht ist
von jeher die Rind vieh zucht gewesen. Sie machte vor der
Revolution entschiedene Fortschritte, und mit der Zahl der
Rinder wuchs auch der Umfang und Wert der Rinder- und
Häuteausfuhr‘). Nach der Viehzählung von 1902 gab es im
yanzen Land 5,142.000 Rinder im ungefähren Wert von 81*/,
Millionen Pesos. Damit kämen auf 1000 Einwohner im Durch-
schnitt 379 Rinder — also eigentlich recht wenig in einem für
Viehzucht so gut geeigneten Lande. Verhältnismäßig am besten
war die Rindviehzucht entwickelt in den Nordstaaten (Chi-
huähua auf 1000 Einwohner 1207 Rinder, Sonora 1171). Von
den Mittelstaaten standen Durango, Jalisco und Michoacän am
höchsten (630, 575, 531 Rinder auf 1000 Einwohner). Un-
genügend war noch die Milchverwertung, weshalb noch nam-
hafte Einfuhr von Käse, Butter und kondensierter Milch statt-
fand”).
Pferde zählte man 1902 859.000 (am meisten in den
Staaten Durango, Jalisco und Tamaulipas), Maultiere
334.000 (am meisten in Durango, Jalisco, Zacatecas und Puebla),
Esel 288.000 (am meisten in Guanajuäto, Zacatecas und
*) 1904/05 wurden 99.182 Rinder im Wert von 2,343.237 Pesos aus-
geführt (69.533 nach Cuba, 22.002 nach den Vereinigten Staaten). Die Aus-
fuhr ungegerbter Rindshäute wertete 2,701.056 Pesos, die gegerbter Häute
287.905 Pesos.
2) 1904/05 im Wert von 226.139 bzw. 157.425 und 99.557 Pesos.