Full text : Antike Wirtschaftsgeschichte

Unteritalien,  Sizilien.

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Stadtstaaten  zu  schaffen,  die  dem  Mutterlande  überlegen  waren,  da
fruchtbare  Ebenen  und  an  Schiffbauholz  reiche  Wälder  vorhanden
waren.  Hier  ließ  sich  die  wirtschaftliche  Selbständigkeit  der  Staaten,
die  nicht  auf  Import  angewiesen  war,  die  Autarkie,  im  Notfall
eher  durchführen  als  im  Mutterland,  da  die  Griechen  in  Sizilien
und  in  Unteritalien,  im  sogenannten  Großgriechenland,  den  Import ­
  fremden  Getreides  nicht  nötig  hatten,  sondern  selbst  solches
exportierten,  daneben  aber  auch  eine  hervorragende  Industrie  besaßen. ­
  Schon  früh  war  die  mykenische  Kultur  hierher  gedrungen,
ob  durch  Vermittlung  griechischer  oder  phönikischer  Seefahrer,  läßt
sich  nicht  entscheiden.  In  Unteritalien  entstand  eine  Reihe  voneinander ­
  unabhängiger  Stadtstaaten.  Unter  den  Städten  war  Sybaris
eine  der  bedeutendsten,  sie  wurde  von  einer  Konkurrentin  gegen
Ende  des  6.  Jahrhunderts  von  Grund  aus  vernichtet,  nachdem  sie
kurz  vorher  selbst  einer  herrlichen  Stadt  das  gleiche  Schicksal  bereitet
hatte.  Mit  den  Städten  des  Ostens,  so  mit  Milet,  stand  sie  in  Handelsbeziehungen. ­
  Von  den  unteritalischen  Städten  gelangte  Tarent  besonders ­
  im  4.  Jahrhundert  zu  hervorragender  Bedeutung,  als  die
anderen  Städte  durch  die  Italiker  arg  geschädigt  wurden  (S.  95).
Sizilien  wurde  zunächst  von  der  euböischen  Stadt  Chalkis  besiedelt. ­
  Von  dort  aus  kamen  Chalkidier  nach  Italien  hinüber  und
gründeten  die  nördlichste  griechische  Stadt  der  Halbinsel,  Kyme,
von  der  aus  das  Hinterland  leicht  zugänglich  war  (S.  52).  Die
Ausbreitung  der  Macht  Euböas  auf  Sizilien  fand  bald  durch  Korinth ­
  ein  Ende.  Es  bestand  eine  alte  Konkurrenz  zwischen  Korinth
und  den  Städten  Euböas,  Chalkis  und  Eretria,  den  drei  ältesten
Kolonialmächten  des  europäischen  Griechenlands.  Schwer  geschädigt
wurden  Eretria  und  Chalkis,  als  zwischen  ihnen  im  7.  Jahrhundert
ein  heftiger  Kampf  entbrannte,  an  dem  die  großen  Handelsstädte
der  Griechen  teilnahmen;  so  half  Korinth  den  Chalkidiern,  während
z.  B.  Milet  und  Ägina  zu  Eretria  hielten.  Man  sieht,  wie  die
internationalen  Beziehungen  sich  infolge  des  regen  Handelsverkehrs
entwickelt  hatten.  Seit  jener  Zeit,  besonders  aber  seit  dem  Beginn
des  6.  Jahrhunderts  ging  die  Bedeutung  Euböas  immer  mehr
zurück.  Im  Norden  des  Ägäischen  Meeres  hatten  Chalkis  und
Eretria  nicht  nur  an  der  thrazischen  Küste  kolonisiert,  sondern  auch
die  Chalkidike  zum  Teil  besetzt.  Bald  darauf  fanden  sich  dort
auch  die  Korinther  ein  und  gründeten  Potidäa.  Korzyra,  das  bald
eine  der  größten  Seemächte  wurde,  nahm  Korinth  den  Eretriern
weg,  als  es  den  Versuch  machte,  im  Adriatischen  Meer  vorzurücken,
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