Object : Antike Wirtschaftsgeschichte

Sklaverei,  Byzanz,  Griechen.

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fetta  auch  immer  dazu,  die  menschliche  Behandlung  der  Sklaven  zu
vertreten.  Der  Hinweis  auf  die  gute  Behandlung  der  Dienenden  durch
die  Patriarchen,  der  Hinweis  auf  die  Haussklaverei  im  Orient  spielten
dabei  eine  große  Rolle  (Augustinus,  Von  der  Gemeine  des  Herrn
XIX,  16).  In  seiner  Ansicht  über  die  Handhabung  der  patriarchalischen ­
  Gewalt  berühren  sich  die  Ansichten  eines  Augustinus  mit  jener
vieler  moderner  Großgrundbesitzer.  Jedenfalls  ergibt  sich  aus  all
dem,  daß  die  Kirche  in  keiner  Weise  ihre  ganze  Autorität  gegen
die  Sklaverei  einsetzte,  sie  hat  sogar  gelegentlich  zu  Anfang  des
Mittelalters  zahlreichen  Freilassungen  durch  die  Klöster  Einhalt
getan.  Die  mildere  Behandlung  der  Sklaven,  die  bereits  in  der
Antike  begonnen  hatte,  wurde  durch  die  Kirche  unterstützt,  was
zum  Teil  damit  zusammenhing,  daß  der  Sklave  nun  regelmäßig
derselben  religiösen  Gemeinschaft  wie  sein  Herr  angehörte,  was  in
der  Antike  nur  gelegentlich  vorgekommen  war.  Doch  dauerte  diese
günstige  Wirkung  nur  so  lange,  als  die  Sklaven  nicht  zu  zahlreich
waren  und  vielfach  eine  Art  Leibeigene  darstellten.  Als  die  wirtschaftlichen ­
  Verhältnisse  die  Zahl  der  Sklaven  vermehrten  und  am
Ende  des  Mittelalters  und  zu  Beginn  der  Neuzeit  die  Kriege  mit
den  orientalischen  Völkern  sowie  die  Sklavenjagden  genug  Material
lieferten,  wurden  die  Sklaven  bedeutend  ärger  behandelt  als  durchschnittlich ­
  in  der  Antike.
Während  Rom  verfiel,  drang  die  byzantinische  Kultur  längs
der  russischen  Flüsse  in  ähnlicher  Weise  vor  wie  die  römische  einst
längs  der  germanischen.  An  den  Handelsstraßen,  die  nach  der  Ostsee ­
  führten,  entwickelten  sich  Handelszentren,  die  zum  Teil  noch
heute  bestehen.  Und  wie  Frankreich  und  Deutschland  an  das  alte
römische  Reich,  so  knüpfte  Rußland  in  der  mannigfachsten  Weise
an  Byzanz  an.
Die  Griechenstädte  im  Gebiete  des  Schwarzen  Meeres  waren
schon  frühzeitig  den  anrückenden  Nordvölkern  ausgeliefert  gewesen.
Bereits  im  3.  Jahrhundert  n.  Chr.  haben  gotische  Scharen  die
pontischen  Handelsstädte  gezwungen,  ihnen  Schiffe  zur  Verfügung
zu  stellen  (S.  150).  Einige  Städte  wurden  bei  diesen  Zügen  niedergebrannt, ­
  aber  andere  erhielten  sich,  so  Chersonesos  auf  der  Krim
in  der  Nähe  des  Hafens  von  Sebastopol,  um  späterhin  ins  byzantinische ­
  Reich  aufgenommen  zu  werden.  Nie  in  starker  Abhängigkeit ­
  von  Rom,  hat  die  Stadt  Cherson  vom  3.  Jahrhundert
ab  eine  selbständige  Stellung  eingenommen.  Es  war  die  letzte
griechischeRepnblik.  Späterhin  war  diese  Stadt,  bes  onders  durch
            
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