fullscreen: Wirtschaft als Leben

104 
,Die Herrschaft des Wortes“, 
düng; und dazu liegen auch die Tatbestände, von denen sich diese 
Artgemeinschaft ablösen läßt, offen genug, liegen so flach auf der 
Hand, daß wir gar nicht anfangen, darüber nachzudenken. 
Es macht, wie gesagt, eine der Gewohnheiten unseres fachlichen 
Denkens aus, daß wir jene Artgemeinschaft unaufhörlich anerkennen, 
ohne sie jemals zu erkennen. Mit der Erkenntnis dieser Artgemein 
schaft geht es aufs Haar so, wie mit gewissen Meinungen, die uns 
nicht in jenem Sinne selbstverständlich sind, daß sie zuweilen vor 
unser Denken treten, um gleich wieder unterzutauchen, weil sich unser 
Denken neuerlich über ihren Inhalt beruhigt hat: Meinungen viel 
mehr, mit denen unser Denken überhaupt nie in Berührung kommt, 
die sich einfach nur unserem gewohnten Gebaren unterlegen lassen. 
Dieses Gebaren ist eben von der Art, als ob uns die betreffenden 
Meinungen selbstverständlich wären 1 ). Es sind also Meinungen, die 
wir gar nicht hegen, aber gleichsam immerzu „begehen“. Und so gibt 
es auch Erkenntnisse, bis zu denen wir niemals Vordringen, obwohl 
wir dauernd auf ihrem Boden stehen. Treten sie nun ein erstes Mal 
vor unser Denken, dann braucht ihr Eindruck ebensowenig ein ver 
trauter zu sein, als wir etwa einen vertrauten Eindruck empfangen, 
wenn uns Röntgenstrahlen unsere eigenen Knochen sehen lassen. 
V. 
Ein Rückblick nun auf die bisherigen Ergebnisse. 
Die nationalökonomische Bezeichnung „Grundbegriffe“ wird allem 
Herkommen nach rein gelegentlich verwendet, im Geiste eines bloßen 
Sammelnamens. Wenn man in der Nationalökonomie trotzdem so 
häufig von „Grundbegriffen“ redet, dann muß sich jene Bezeichnung 
auf einen Sachverhalt beziehen, der ebenso offen liegt, als er beharrlich 
nach seinem Ausdruck verlangt. 
Auf der anderen Seite deutet die Art, wie in der Nationalökonomie 
dem Gebrauch dieser Bezeichnung widersprochen wird, auf einen Zu 
sammenhalt unter den aufzählenden Worten hin. Der ist auch tat 
sächlich vorhanden, mit der Artgemeinschaft der Eingeborenen Fach 
ausdrücke ! 
Wie es scheint, reimen sich diese beiderlei Ergebnisse trefflich, zu 
sammen: In der Nationalökonomie mag wohl deshalb von „Grund 
begriffen“ so viel die Rede sein, weil diese Wissenschaft unter dem 
*) Vgl. „Der Wertgedanke“, S. 24.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.