Object: Die Volkswirthschaftslehre

bestimmte Maß- oder Gewichtseinheit vereinbart worden sind, 
>veil alsdann jedem Preisschlussc, ohne Rücksicht auf das dabei 
umgesetzte Waarenquantnm, gleiche Bedeutung beigelegt wird, 
ivas offenbar unrichtig ist. Uebrigens werden die Marktpreise 
vielfach, und zwar selbst noch in weit vorgeschrittener Zeit, nicht 
wirklich genau ermittelt, sondern nur auf Grund gemachter 
Wahrnehniungcn geschätzt. 
Einen eigentlichen Marktpreis können auch überhaupt nur 
die marktgängigen, regelmäßig in den Verkehr kommenden Güter 
haben, während diejenigen, welche wenigstens thcilweise absetzbar 
sind, wie z. B. Stroh, Stallmist re., ihn insoweit erlangen, als 
sie üblicher Weise wirklich vertauscht werden. Der Preis blos 
bisweilen, mehr nur ausnahmsweise oder gelegentlich zum 
Vertausch kommender Güter bleibt dagegen ein vereinzelter, z. B. 
derjenige von Alterthümern, seltenen Kunstwerken, sowie, der 
aller zeitlich noch gar nicht allgemeiner zur Waare gewordener, 
jedoch manchmal in besonderen Bedarfsfällen gesuchter und ab 
getretener Besriedigungsmittel. 
Aendert sieh aber der Marktpreis und somit das Tausch 
werthsverhältniß einer Waare der als Geld benutzten gegen 
über, so ist entiveder sie selbst oder letztere wohlfeiler, 
beziehentlich theurer geworden, und zwar diejenige von beiden, 
deren Tauschwerth sei» seitheriges Verhältniß zu demjenigen 
jeder anderen und nicht blos der einen Waare verändert hat. 
Verändert sich z. B. das zwischen Getreide und Gold be 
stehende Tauschwerthsverhältniß, so ist aus dieser Thatsache allein 
noch nicht bestimmt zu erkennen, ob dies durch eine Tansch- 
wertysveränderung jenes oder dieses verursacht wurde. Wäre 
jedoch dasjenige des Goldes gegen alle sonstigen Waaren und 
nur nicht gegen Getreide unverändert geblieben, so würde daraus 
folgen, daß sich ausschließlich der Tanschwerth des letzteren ge 
tti,dert hat. 
8 111. 
Uebrigens kann bei der Werthschätzung von Gütern ma 
noch in Frage kvmmen: entweder der gemeine Werth 
(Gattungswerth, abstracter Werth), d. h. der Werth, den eine 
Güterart allgemeinhin und durchschnittlich nach gemeinem
	        
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