Object : Die Arbeiterfrage

Glauben  Sie  an  den  lieben  Gott,  oder  sind  Sie  und  aus  welchen
Gründen  aus  der  Landeskirche  ausgetreten?
Metallarbeiter.

Alter

Anzahl  der
Kinder

“

Jahre

20

Ein  hartes  Nein  ist  mein  Glaube  an  Gott.  Bin
noch  nicht  ausgetreten,  weil  ich  auf  meine  bevorstehend ­
  Militärzeit  Rücksicht  nehmen  muß.  (3.  t.)
[M.  B.]

21

Schon  als  Schuljunge  warf  ich  den  persönlichen
Gott  über  Bord.  Dann  gaben  mir  die  Welträtsel
eine  neue  Weltanschauung.  Ich  möchte  mich  Antitheist ­
  nennen,  nicht  Atheist.  (1.)  [M.  S.]

22

—

Ich  glaube  an  Gott.  (3.)  [M.  O.]

23

—

Nein.  Aus  der  Landeskirche  bin  ich  noch  nicht
ausgetreten,  weil  ich  noch  zu  wenig  Mut  besitze.
(3.)  [M.O.]

24

—

Aus  der  Landeskirche  bin  ich  ausgetreten,  um  mich
vor  mir  selber  zu  rechtfertigen.  (2.)  [M.  S.]

25

1

Weil  meine  Gedanken  mit  denen  des  Christentums
in  striktem  Gegensatz  stehen,  kehrte  ich  der  Staatskirche ­
  den  Rücken.  Ich  glaube  nicht  an  einen  Gott,
dessen  Wille  es  sein  soll,  wenn  im  Kriege  sich  Menschen ­
  gegenseitig  morden,  morden,  die  Ebenbilder
Gottes.  (1.)  [M.  S.]

25

1

Ich  glaube  nicht  an  Gott,  noch  an  ein  höheres
Wesen,  und  habe  mir  das  Wort  Kants  eingeprägt:
„Über  mir  sind  die  Sterne  und  in  mir  das  moralische
Gesetz.“  (2.)  [M.  S.]

344

26  —

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28

29

Ich  bin  Atheist.  Aus  der  Landeskirche  bin  ich  noch
nicht  ausgetreten,  weil  ich  noch  keine  Kirchensteuer ­
  zu  bezahlen  brauche.  (3.  t.)  [M.  B.]
Die  Austretung  aus  der  Kirche  ist  mein  Ziel,  die
Dogmen  widersprechen  meinem  Gefühl.  (3.)  [M.B.]
Mit  vollendetem  21.  Lebensjahre  bin  ich  aus  der
Gemeinschaft  der  Christen  ausgetreten  nach  der
Lektüre  von  Kotzebues  Buch  „Verzweiflung“.  (1.)
[M.B.]
Durch  Dodels  Schrift  „Moses  oder  Darwin“  ?  erhielt
mein  Glauben  an  Gott  den  Gnadenstoß.  (1.)  [M.B.]
Ich  habe  mit  der  Kirche  nicht  nur  innerlich,  sondern
auch  äußerlich  gebrochen.  Die  Landeskirche  ist  ein
ganz  reaktionäres  Gebilde,  die  nur  den  Interessen
der  Herrschenden  dient.  Die  Vertreter  der  Kirche
sind  jederzeit  bereit,  die  brutale  Ausbeutung  und
Unterdrückung  der  unteren  Volksschichten  durch
die  Besitzenden  zu  verteidigen,  vertrösten  sie  immer
auf  ein  besseres  Jenseits,  genießen  aber  selbst  alle
Freuden  und  Annehmlichkeiten  dieser  sündigen
Welt.  (1.)  [M.S.]
An  Gott  glauben?  Nein.  Ich  anerkenne  kein  Eigenleben ­
  des  Geistes.  Wer  also  sollte  Gott  geschaffen
haben?  Ich  habe  bewußt  und  mit  Überlegung  mit
der  äußeren  Form  dieser  großen  Lüge  gebrochen.
(1.)  [M.B.]
Ich  glaube  an  Gott.  (4.  t.)  [M.  S.]

345
            
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