— 126 —
liche Zwecke benötigte. Auch muß darauf hingewiesen
werden, daß T’weed, Connolly und Sweeny nur gewöhnliche
politische Diebe waren, die nur einen Kleinen Teil ihrer
Beute behielten, Tweed starb gänzlich arm im Gefängnis:
sogar das sehr ausgedehnte Areal, das er mit gestohlenem
Gelde gekauft hatte, verschwand (ein Teil ging als Honorar
an einen seiner Rechtsanwälte, Elihu Root, der unter Roose-
velt Minister war). Connolly floh mit 6 Millionen Dollar
von der Beute ins Ausland und starb dort, während Sweeny
sich mit der Stadt auf eine unbedeutende Summe einigte.
Die Leute, die von den gigantischen Diebstählen an Geld
und Gerechtsamen, Steuerbefreiung und anderen Maß-
regeln, die im Parlament oder im Gemeinderat durch-
gebracht wurden, wirklich profitierten (direkt oder indirekt),
waren reiche Männer im Hintergrunde, die ihre Reich-
tümer dadurch unermeßlich vermehrten und deren Nach-
kommen jetzt Riesenvermögen besitzen und Namen von
höchster „Ehrbarkeit“ tragen.
Mieten aus Krankheit und Tod
Die Häuser, aus denen die exorbitant hohen Mieten
flossen, waren keineswegs menschenwürdige Wohnstätten.
In ihrem ersten Bericht nach ihrer Gründung führte die
hauptstädtische Gesundheitskommission aus:
„Die erste und jederzeit ergiebigste Quelle der Krankheit
wurde in dem äußerst gesundheitswidrigen Zustand der
meisten Miethäuser der Städte New York und Brooklyn
gefunden. Diese Häuser sind im allgemeinen ohne jede
Rücksicht auf die Gesundheit und Bequemlichkeit ihrer
Bewohner gebaut, sondern lediglich in Hinsicht auf Er-
sparnis und Profit ihrer Besitzer. Sie sind fast ohne Unter-
schied übervölkert und ermangeln der Lüftung in solchem
Grade, daß die Luft darin beständig unrein und schäd-
lich ist.“
Hier folgt eine Menge ekelhafter Einzelheiten, die wir
dem Leser lieber ersparen möchten. Dann geht es weiter:
„Die Flure und Treppen sind gewöhnlich schmutzig und
Anster, die Wände und Treppengeländer faul und feucht,