fullscreen: Das Hotel- und Gastgewerbe

WIE SORGE ICH FÜR MEIN UND EIN GUTES ANDENKEN? 529 
die Prägung des Hotels trugen, auf Nimmerwiedersehen ver- 
schwanden, ja, dann erst recht verschwanden, weil sie dadurch 
den Stempel des echten Andenkens erhielten, so beugte man 
vor. Es wurden Löffel und Teller, mit Künstlerbildern auf 
der Rückseite geschmückte Speisenkarten und andere kleine 
Dinge geschaffen, mit dem geschmackvollen Visum des Hotels 
versehen, und dann den entzückten Damen bei der Abreise über- 
reicht. Von Stund an gingen auch die heimlichen „Abgänge“, 
die vorher unheimlich waren, auf ein erträgliches Maß zurück. 
Mokkalöffel und Mokkatassen waren auch in Deutschland 
bei den Damen der guten Gesellschaft von jeher sehr beliebt. 
Eine hübsche, zierliche Mokkatasse wird immer gern als Ge- 
schenk angenommen. Die Mokkatasse nimmt im Porzellan- 
schrank der Hausfrau eine besondere, bevorzugte Stellung ein. 
Das übrige Porzellangeschirr, ganz gleich, ob es die vornehmen 
gekreuzten Meißner Kurschwerter oder eine bescheidenere 
Fabrikmarke trägt, muß in Uniform erscheinen. In Muster, 
Farbe, Zeichnung und Größe ein Stück wie das andere. Die 
Mokkatasse braucht das nicht. Ihr wird liebevolle Nachsicht 
entgegengebracht. Je bunter die Kollektion, desto größer die 
Freude der Hausfrau. 
Der auf der Suche nach sinnigen „Andenken“ befindliche 
Hotel- oder Fremdenheimbesitzer könnte sich die Freude der 
Hausfrau an bunt zusammengewürfelten Mokkatassen zunutze 
machen und sie ohne allzu hohe eigene Kosten erhöhen. Er 
lege sich aparte, geschmackvolle Mokkatassen zu, die sowohl 
auf der Ober- als auch Untertasse irgendein wirkungsvolles 
Bildchen des eigenen Hauses tragen. Aber — und das ist be- 
sonders wichtig! — in dezenter Ausführung, Es muß streng 
vermieden werden, daß die Mokkatasse den Charakter einer 
„Reklametasse“ erhält. Denn dann wird die Dame sie, nach 
Hause zurückgekehrt, ganz sicher ihrer Zofe oder ihrem Haus- 
mädchen schenken. Der Zweck der Tasse wäre also verfehlt. 
_. Unterscheidet sich aber die. Tasse in nichts von einer der 
üblichen Mokkatassen, die man in buntesten Variationen in den 
Geschäften kaufen kann, und schmiegt sich das Bild des Hauses 
und die Unterschrift (um Gottes willen nicht etwa: Andenken 
an das Hotel Neptun in Frohwinkel, sondern nur schlicht: 
Hotel Neptun in Frohwinkel) in unauffälliger Weise der Zeich- 
nung und dem ganzen Charakter der Tasse ein, so wird die 
Dame sich wirklich darüber freuen und vielleicht — noch um
	        
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