25, Titel: Unerlaubte Handlungen. S 839, 1699
7) IS Beamte im Sinne des 8 839 find audh Offiziere anzufeben
(DVertmann Bem. 2, a). ,
Die {og. Privatbeamten (3. B. Verfidherungsbeamte, Bankbeamte uflw.:;
vgl. $ 622) fallen nicht unter $ 239.
Sacdhverftändige, in8bejondere Schäßmänner, haften nach Maßgabe des
S 839 nur, wenn {te Beamte find, mährend {ich außerdem ihre Verantwort-Tichleit
nach den allgemeinen Grundfäken beitimmt (M. II, 827 ff, ZG. I,
419 ff., VI, 517 if, Sacubeziy, Bem. S. 176 ff., Urt. d. DLS. Hamm vom
5. Juni 1909 Kipr. d. VLG. Bd. 10 S, 281 ff.; |. auch bayr. Öberft. LG.
Bd. 15 S. 368 ff). Nach ESG. Art. 79 bleiben aber die landesgefeßlichen
Vorfchriften unberührt, nach melden die zur amtlichen Deftftellung des
Wertes von Orunditücken beitellten Sachverftändigen für dem aus einer
Verlegung ihrer Berufspflicht entjtandenen Schaden in weiterem Umfange
als nach dem BGB. haften val. Bem. hiezu im Bd. VI, bayr. AG. 3.
BOB. Art. 88, $ 29 der IMBek. vom 14, Juli 1909, die Anweihung für
die amtlidhe Seftitelung des Wertes von ©rundftücken betr., IMBl. 1909
S. 320, Urt. d. DIS. Münden vom 1, SYuli 1907 BL f RA Bd. 79
S. DS 5 a 5. bayr. Oberft, LS. vom 29. Januar 1902 Samml.
m. 3. DD. . 711).
Der Bormund, Gegenvormund, Pfleger, Beiftand, das Familienratgmitglied
und der Teitament3vollftreder find als foldhe nicht
„Beamte“, obwohl das SGefeß mehrfach (val. 3. B. SS 1694, 1752, 1799, 1844,
1854, 1862, 1869, 2202) vom „Amte“ diejer Berfonen fpricht (val. Bem. 1
of. 2 zu $ 1789).
Borausjekungen der Erfagpfliht nach S 839.
a) Der Beamte muß eine Amt8pflicht verleßt haben, die ibm nicht nur
gegenüber feinem Dienftherrn, dem Staate, der Gemeinde 2C., Jondern auch)
gegenüber dem GejhHädigten obliegt. Ob diefe VorausjeBung gegeben
ift, ift nad dem Inhalte der Dienitvorfchrift zu entfcheiden, Weiher
der Beamte zuwidergehandelt hat. Die Enticheidung kann im einzelnen Falle
ebenfo zweifelhaft fein al8 die, ob ein Gefeß den Schuß eine8 anderen hezwect
(j. Bem. IN, A, 2 zu 8823, Nöldele S. 812 {f., Schelborn a. a. ©
S. 543 If, ROR.-Komm. Bem. 3, Vertmann Bem. 2, b, £, Goldmann-Lilientbafl
S. 908). Val. Urt. d. NMeichsger. vom 22. Dezember 1909 Recht 1910
Nr. 700: „Die Frage, mem gegenüber dem Beamten eine Amt8pflicht obliegt,
läßt fi nur im Sinblit auf die befondere Art der dem Beamten zur AmtS3-pflicht
gemachten Tätigkeit, unter Berücfichtigung des Zwedes und der
Önterefjen, dem fie dienen fol, beantworten.“
. Eine Amt3pfliht gegenüber Dritten wird regelmäßig anzunehmen
jein, menn dem DYrıtten ein Rechtsmittel oder Belhwerderecht zujteht (val.
Dertmann Bem. 2, b, 5, Pland Bem. 3, ‚Crome S, 1036, Fijcher-Genle
Note 3, Jofef im Archiv f. d. zivilijt. Praxis Bo. 98 S. 427 ff). Im ein:
zelnen it folgende8 herborzuheben:
«) Nicht unter S 839 fällt die aroße Bahl der DienftvorfOriften,
welchen lediglidH der Charakter von Ordnungsvorfhriften zUfommt
(8. 1, 823), 3. B. das Verbot, ohıue ricdhterlidhe Erlaubnis
an Sonrn- und Feiertagen Zuftellungs= und Volitredungshandlungen
vorzunehmen (3RO. SS 188, 761; ebenfo Vertmann a. a. OD. S. 772 D
die WBortchriften über Beginn und Ende der Bureauzeit 2C. ‚ Chenjoen
fällt unter $ 839 die Pflicht des Lehrer3, durch Beauflichtigung
der Schiller Befchädigungen Dritter Berfonen zu verhindern (Winter
im „Recht“ 1902 S. 69), die Unterlaflung telegrapbijcher Mitteilung
von der Aufhebung eines BeweiserhebungsterminZ an den Yrozeß:
bevollmächtigten feiten3 des beauftragten Richter8 (Urt. d. DLSG.
Solmar vom 14. Oftober 1907 Recht 1907 S. 1321). Die Vilicht
der Bolizei zur Bollziehung eines Haftbefehl? i{t keine Amtspflicht
gegenüber dem Oläubiger des zu Verhaftenden (Urt. d. DLG. Ham:
burg vom 21. März 1908 Kıpr. d. OLG. Bd. 18 S. 101 ff.).
Dagegen find zweifellos AmtSpflidhten, die dem Beamten
gegenüber Dritten vobliegen: die iicht des Richters, binnen
24 Stunden Zermin anzuberaumen (ZPO. 8 216 Abi. 2; val. 36. II,
418, NOS. Bd. 33 S. 246 ff), vor gewiffen EntidHeidungen den
Segner des Antragiteller8 zu hören (3BO. 85 99 Ab. 3 Saß 2, 891
Sa 2), den zu Entmünd genden perfönlidh unter Zuziehung von
Sachverftändigen zu vernehmen (ZPO. S 654), den Verhafteten
107%
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