Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

7

pferdeleistung.  Die  Veränderung  in  der  Amortisationsquote  rührt
daher,  dass  jetzt  pro  Pferd  und  Jahr  272  M.,  früher  nur  180  M.
gerechnet  worden  sind.  Die  Löhne  machen  also  etwa  30%  des  tkm-Satzes
  aus.  Sie  schwanken  lokal.  Um  ihren  relativen  Anteil  zu  verringern, ­
  hat  man  die  Anzahl  der  Wagen,  die  ein  Pferdetreiber  in
einem  Pferdezug  begleitet,  zu  erhöhen  versucht,  indem  man  2
Pferde  hintereinander  davor  spannte.  Aber  dies  verursacht  ziemliche ­
  Schwierigkeiten  beim  Umspannen  und  Begegnen.
Wir  sehen  demnach,  wie  die  Pferdeförderung  sich  nur  für
eine  gewisse  Stufe  der  Menge  und  der  Länge  der  Förderung
eignet,  wie  aber  dann—jedoch  unter  Berücksichtigung  des  Faktors ­
  »lokale  Verhältnisse«  —  sich  die  Tendenz  der  abnehmenden ­
  Leistung  bei  zunehmenden  Kosten  zeigt.
2.  Die  mechanische  Streckenförderung 1 ).
Das  eben  Gesagte  gibt  die  Gründe  an,  die  zur  Einführung
der  mechanischen  Streckenförderung  drängten.  Das  Wesen  dieser ­
  Forderung  besteht  darin,  dass  eine  feststehende.  Antriebsmaschiene
  vermittelst  eines  Zugsmittels  (Seil  oder  Kette)  die  Förderwagen ­
  in  den  Strecken  bewegt,  also  die  vollen  zum  Füllorte
die  leeren  zu  den  Abbauen.  Dieses  Problem  hat  dem  Techniker
viele  schwierige  Aufgaben  gestellt,  die  heute  meistens  gelöst  sind.
Worüber  aber  im  Kreise  der  Interessenten  debattiert  wird,  ist  die
Frage  der  Wirtschaftlichkeit  solcher  Anlagen  die  manche  für  »Sport«
zu  erklären  versuchen.  Damit  wir  zu  einem  Resultate  kommen,
wollen  wir  uns  bei  den  folgenden  Beispielen  aus  verschiedenen
Gegenden  genau  die  konkreten  Verhältnisse  dieser  Förderungen
ansehen.  Wir  wollen  uns  also  vor  Allgemeinheiten  hüten,  was
jedoch  der  Bestimmtheit  der  zu  ziehenden  Schlüsse  keinen  Abbruch ­
  tun  soll.
In  England 1  2 )  herrschte  schon  sehr  früh  das  Bestreben,  die
Verwendung  von  Menschen-  und  Tierkräften  bei  der  Förderung
auf  das  geringste  Mass  zu  beschränken,  hervorgerufen  durch  die
grösseren  Fördermengen  und  die  grösseren  Förderlängen.  Eng-1)

  Will  man  diese  mechanische  Streckenförderung  und  die  Pferdeförderung  bezüglich ­
  ihrer  Kosten  vergleichen,  so  muss  man  gleiche  Strecken  zugrunde  legen.
Da  nämlich  die  maschinelle  Streckenförderung  die  für  sie  geeignetsten  Strecken  besetzt, ­
  so  erhöhen  sich  bei  ihrer  Einführung  die  Kosten  für  die  Pferdeförderung  oft
absolut,  soweit  diese  jetzt  in  für  sie  nicht  so  günstige  Strecken  verbannt  wird.
2)  Vgl.  Nasse  in  seinen  »Notizen«  in  der  Preuss.  Zeitschr.  1891.  S.  308  f.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.