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des Königlich Preußischen Statistischen Bureaus“ 1905. (Auch
im Bonderabdruck ausgegeben.)
Jahr- und Adreßbuch der Erwerbs- und Wirt
schafts-Genossenschaften im Deutschen Reiche 1904.
Herausgegeben von der Preußischen Central-Genossenschafts-
Kasse, Berlin 1904, Carl Heymanns Verlag.
Jahr- und Adreßbuch der Erwerbs- und Wirt
schafts-Genossenschaften im Deutschen Reiche 1905.
Zweiter Jahrgang. Herausgegeben von der Preußischen
Central-Genossenschafts-Kasse unter Mitwirkung des Königlich
Bayerischen Statistischen Bureaus, des Königlich Württem-
bergischen Statistischen Landesamts, des Großherzoglich
Badischen Statistischen Landesamts und der Großherzoglich
Hessischen Zentralstelle für die Landesstatistik. Berlin 1905,
Carl Heymanns Verlag.
Was an statistischen Auszählungen und Nachweisungen
über die Genossenschaften des Deutschen Reiches für die
Jahre 1903 bis 1907 hergestellt werden wird, ist durch Verein
barung der beteiligten Dienststellen festgelegt und in den oben
erwähnten „Mitteilungen für 1903“ nachrichtlich ausgeführt.
Wie die amtliche Genossenschaftsstatistik entsteht, nach
welchem Verfahren die in den Eintragungen des Genossen-
schaftsregisters bekundeten Tatsachen gesammelt und statistisch
verwertet werden, ist in den „Mitteilungen zur Genossenschafts
statistik“ (Zeitschrift des Königlich Preußischen Statistischen
Bureaus, Jahrgang 1901, S. 247 ff.) ausführlich dargelegt.
Bayern, Württemberg und Hessen beachten dasselbe Ver
fahren. •
Eine nach allen Seiten hin vollständige deutsche Ge
nossenschaftsstatistik läßt sich nach Lage der Sache vorerst
nicht erwarten, wie sie auch bisher von den großen Verbänden
der Genossenschaften in ihren sonst sehr lehrreichen und viel
seitigen Statistiken der ihnen angeschlossenen Genossen
schaften nicht erreicht worden ist. Dazu fehlt es an der ge
setzlichen Befugnis, alle für eine vollkommene Statistik er
forderlichen ziffermäßigen Angaben im Verordnung^- oder
Verwaltungswege zu beschaffen, und die freiwillige Mitarbeit
an einer gemeinsamen Sache, die dem genossenschaftlichen
Geiste im übrigen so sehr entsprechen würde, läßt doch be
dauerlicher Weise selbst in Genossenschaftskreisen viel zu
wünschen übrig. Das wird einstweilen auch so bleiben, obschon
die Statistik eines wirtschaftlich und sozial so hochbedeutsamen
Gebietes wie des Genossenschaftswesens weiter ausgebaut zu
werden verdient: insbesondere sollte die wirtschaftliche
Bedeutung der Genossenschaften auf Grund derNachrichten über
die Bilanzen und deren Bestandteile in gleichartiger und er
weiterter Form statistisch bearbeitet werden. Das ist für
jetzt noch nicht vollständig ausführbar, und es wird der Zu
kunft Vorbehalten bleiben, das wünschenswerte Ziel zu erreichen.
Die Sache ist aber auch ungemein schwierig. Man braucht
nur die Jahrbücher und Jahresberichte der verschiedenen
Verbände durchzusehen, um zu erkennen, in welchem Umfange
die Aufstellung gleichmäßiger Bilanzen der Genossenschaften
erfolgen müßte, um allen Ansprüchen zu genügen.
Für jetzt ist die Vollständigkeit der Genossenschafts
statistik nur in dem Umfange gesichert, wie sie sich aus den
Eintragungen in die bei den Gerichten zu führenden Ge
nossenschaftsregister herstellen läßt.
Zum sachlichen Inhalte der nachfolgenden Übersichten
möge noch bemerkt werden, daß die Zentralgenossen
schaften, die ein besonderer Abschnitt behandelt, aus allen
übrigen Tabellen ausgeschlossen worden sind. Dies ist not
wendig, weil die Zentralgenossenschaften — ihrem Wesen nach
vorzugsweise, wenn auch nicht ausschließlich Ausgleichstellen
u. dgl. — unter ihren Mitgliedern eine große Anzahl von Ge
nossenschaften selbst zählen. Würden sie in den Tabellen
der Genossenschaften mit berücksichtigt, so wären Doppel
zählungen unvermeidlich. Ohnehin sind Doppelzählungen von
Genossen in keiner Genossenschaftsstatistik zu vermeiden;
der einzelne Genosse kann ja mehreren Genossenschaften an
gehören, und das ist selbstverständlich auch häufig der Fall.
I. Die Genossenschaften in Prenssen und ihr äusseres Wachstum
von 1890 Ibis 1905.
1. Die Genossenschaften überhaupt.
Die ersten Ergebnisse der preußischen amtlichen Ge
nossenschaftsstatistik stammen aus dem Jahre 1898- Zur Be
antwortung der öfters öffentlich behandelten, übrigens gar
nicht so einfachen Frage, ob die Errichtung und das Bestehen
der Preußischen Central-Genossenschafts-Kasse Einfluß auf die
Entwickelung des preußischen Genossenschaftswesens gehabt
hat, reicht also die amtliche Genossenschaftsstatistik allein
nicht aus. Es ist daher im nachfolgenden, soweit es möglich
war, auf die in den Jahrbüchern des Allgemeinen Verbandes
der auf Selbsthilfe beruhenden deutschen Erwerbs- und Wirt
schaftsgenossenschaften und des Allgemeinen Verbandes der
deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften (jetzt Reichs
verband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften)
vorliegenden Nachrichten über den Genossenschaftsstand zurück
gegriffen worden. Beide Verbände haben bereits vor Er
richtung der Preußischen Central-Genossenschafts-Kasse seit
Jahren Aufs ehr eibungen über Neugründungen und Auflösungen
vorgenommen, die für die vorliegenden statistischen Zusammen
stellungen vom Jahre 1890 ah verwertet werden konnten.
Freilich haben sich nach Angabe der genannten Verbände die
Bekanntmachungen im Reichsanzeiger als nicht vollständig
erwiesen, besonders nicht bezüglich der Auflösungen.
Im allgemeinen gehen diese wohl als Höchstbeträge anzu
sehenden Zahlen aber doch ein Bild über den jeweiligen Ge
nossenschaftsstand, das durch vereinzelte Unstimmigkeiten
wenig an Wert verliert.
Endgültig richtige Zahlen brachte erstmals das amtliche
Genossenschaftskataster der Preußischen Central-Genossen
schafts-Kasse über alle am 1. Juli 189g in Preußen einge
tragenen Genossenschaften, nach dessen Angaben dann eine
Bereinigung der verbandsseitig geführten Listen alsbald vor
genommen werden konnte. Die hinten im Tabellenwerke beige-
brachtenTabellen beruhen lediglich auf den Ergebnissen der amt
lichen Statistik und reichen daher nur bis zum Jahre 1898 zurück.
In nachstehender Tabelle 1 wird zunächst in Ergänzung der
Tabelle I des Tabellenwerkes eine Übersicht über den Genossen
schaftsstand der Jahre 1890 bis x897 gehracht. Die Zahlen
sind aus den Jahrbüchern des Schulze-Delitzschen Verbandes
gewonnen und beziehen sich etwa auf den 1. Juni jeden Jahres.
In dieser Übersicht sind nach der Quelle die Provinzen
Ost- und Westpreußen zusammengefaßt, desgleichen die Provinz
Brandenburg mit dem Stadtkreise Berlin und die Rheinprovinz
mit Hohenzollern; die 1898 einsetzende amtliche Statistik
bringt die Angaben für jeden einzelnen dieser Landesteile.
Aus den. Verhältniszahlen für die Zunahme der Genossen
schaften gegen das jeweilige Vorjahr werden die folgenden
hervorgehoben. 1891 beträgt die Zunahme im Staatsdurch-
schnitte 11 v. H.; unter diesem bleiben die Provinzen Schleswig-
Holstein (— 3 v. H.). Ost- und Westpreußen (3 v. H.), Brandenburg