Full text: Staatspapierkurs und Versicherungsgesellschaften

7 
*) a. a. O. S. 22. 
2 ) a. a. O. S. 20. 
aus unrichtig, bei Erörterung des ganzen Problems ledig 
lich von einer deutschen Erscheinung zu sprechen. Man 
hat es hier vielmehr mit einer internationalen Kursentwick 
lung zu tun. Wenn dies zutrifft, wird man den Klagen 
deutscher Volkswirte und Finanzpolitiker über den Rückgang 
der deutschen Staatsanleihen nur dann Beachtung schen 
ken und mit ihnen auf Mittel zur Besserung dieses Zustan 
des sinnen dürfen, wenn feststeht, daß der Kursrückgang der 
deutschen Staatsanleihen stärker war, als der der übrigen 
Qroßstaaten und zugleich, daß der Staat als Borger in Deutsch 
land schlechter gestellt ist, als die übrigen gleichwertigen 
Staaten. Was die erste Frage betrifft, so geht aus der eben 
mitgeteilten Zusammenstellung von Schwarz hervor, daß der 
Kursrückgang der deutschen Staatsanleihen zwar größer als 
der der französischen Rente, absolut betrachtet aber erheblich 
geringer, als der der englischen Konsols gewesen ist. Man 
sollte demnach meinen, daß in England ein viel größeres In 
teresse bestünde, Bestrebungen ins Leben zu rufen, die auf 
Besserung des Kursstandes der englischen Konsols abzielen. 
Tatsächlich ist eine derartige Bewegung in England nicht zu 
verzeichnen und von der lebhaften Diskussion über das Sinken 
der staatlichen Anleihekurse weiß man dort nichts. Nun weist 
von Dombois allerdings darauf hin 1 ), daß im März 1911 
der Kurs der preußischen Konsols und der ihnen gleichstehen 
den Reichsanleihe ungünstiger gewesen sei, als der Kurs der 
englischen, französischen und amerikanischen Staatspapiere und 
der Börsenpreis der Anleihen Italiens, Belgiens, Hollands, der 
Schweiz, Schwedens und Dänemarks, ja, daß der Kurs der 
ägyptischen, spanischen, türkischen Anleihen sich dem der un 
seren nähere, und der Abstand selbst gegen Mexikaner, Argen 
tinier, Brasilianer ein verhältnismäßig geringer geworden sei. 
Er bemerkt aber selbst hierzu, 2 ) es müsse beachtet werden, daß 
der Kurs der Staatspapiere aufs engste mit den wirtschaftlichen 
Verhältnissen eines Landes verknüpft sei und darum aus einem 
solchen Vergleiche nur mit größter Vorsicht Schlüsse auf den
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.