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„Freiheit vom Worte“,
Ökonomie entfaltet sich zu einer Unzahl engerer „Lehren“; so „vom
Werte“, „vom Preise“, „vom Kapital“, „vom Zins“, „von der Rente“,
„vom Lohne“, „vom Einkommen“, „von der Produktivität“, „vom
Gelde“ usw.... Alle diese verschiedenen „Lehren“ aber sind mehr
oder minder ausgeartet in Zerfahrenheit und Zerstrittenheit, und nachweisbar
mußte es so kommen, solange man nationalökonomische
Theorie nur vom Boden der herkömmlichen Grundauffassung aus zu
treiben weiß. Kein Wunder, wenn daraufhin — und schon seit
einigen Jahrzehnten, namentlich vom Methodenstreit Menger-Schmoller
her — die theoretische Nationalökonomie steigend sich
selber zum Problem geworden ist, zu einer brennenden Frage hinsichtlich
ihres Sinnes, ihres Berufes, ihrer ganzen Haltung überhaupt.
Auch ich habe vor zwanzig und mehr Jahren eine recht einschneidende
Kritik an der herkömmlichen Art geübt, Theorie zu treiben. Gleich
vom Beginn an verfocht ich die Ansicht, daß der Nationalökonomie
nicht mehr, wie es so oft versucht wurde und immer wieder versucht
wird, durch eine „Revision der Grundbegriffe“ zu helfen wäre; sitzt
doch gerade in diesen „Grundbegriffen“ der Wurm. Nur eines hilft:
eine „Revision des Grundbegreifens“ 1
Dies nun läuft auf resoluten Auswechsel der Grundauffassung
hinaus, um endlich auch in der Theorie Schritt zu halten mit der
sonstigen Entwicklung unserer Wissenschaft. Das Verdienst an dieser
Entwicklung gebührt der Empirie, der Forschung in Tatsachen.
Wie überaus viel die Nationalökonomie ihrer Empirie verdankt, das
spiegelt sich schon äußerlich in ihrem gewaltigen Wachstum. Über
dem Ausbau ihrer empirischen Gebiete hat sich die Nationalökonomie
zu einem ganzen Bündel von Fachwissenschaften entfaltet, von denen
jede für sich wieder in die Breite und Tiefe gediehen ist. Ihrem
Umfang und der Fülle ihres Inhaltes nach sucht unsere Wissenschaft
daraufhin wahrlich ihresgleichen. Zugleich aber verschob sich ihr
geistiger Schwerpunkt bald nach der Empirie hin. Daran ändert
auch jener oberflächliche Eindruck nichts, dem die allgemeine Meinung
stets wieder erliegt; für diese verharrt ja die Theorie auch
dann im Vordergrund und wird für das Hauptstück der Wissenschaft
genommen, wenn sie doch nur einer täuschenden Fassade gleichkommt,
ohne jeden organischen Zusammenhang mit dem mächtigen
Bauwerk dahinter. So ist es aber tatsächlich um die nationalökonomische
Theorie von heute bestellt. Sie ist des Anspruchs verlustig
gegangen, den jede Theorie einer reifen Wissenschaft erheben
darf: vornehmlich von sich aus der Empirie die Ziele zu setzen und
die rechten Wege zu weisen, unbedingt aber das letzte Wort der