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Untersuchung von Tonen.
Man wendet zweckmäßig als Zusatzmittel ein Gemisch von gleichen Teilen
staubfeinem Bergkristall und absolut reiner Tonerde — erhalten durch Fällen von
Ammoniak-Alaun mit Ammoniak und wiederholtes Auswaschen — an. Es werden
für jeden Versuch verschiedene Proben mit 5, 10, 15, 20 °/ 0 Zusatz von Tonerde-Kieselsäure
geglüht und nach dem Glühen beobachtet, bei welcher Probe ein
Schmelzen nicht mehr stattgefunden hat.
Zur Beurteilung von feuerfesten Tonen können noch folgende Untersuchungen
dienen;
Ton von .
. . . Mülheim
Obersuhl
Kieselsäure
.... 35,35 o/ 0
64,10 o/o.
Tonerde . .
35,36 „
26,26 „
Kalk , .
.... 0,16 „
0,75 „
Magnesia .
.... 0,07 „
1-42 „
Eisenoxyd.
.... 2,69. „
4,36 „
Kali. . .
.... 1,24 „
1,26 ,.
Natron . .
1,42 „
Wasser. .
• • ! • H-72 „
0,53 „
Die Töpfertone besitzen merkliche Mengen von Eisenoxyd und kohlensaurem
Calcium und haben eine Zusammensetzung von etwa 57—61 °/ 0 Kieselsäure,
24—37 °/ 0 Tonerde, 4—7,5 °/ 0 Eisenoxyd, 0,5—2,5 °/ 0 Kalkerde und einen Sandgehalt,
der beispielsweise beim Bunzlauer Ton bis 30 °/ 0 geht. Diese Tone vertragen
eine ziemlich starke Hitze, ohne zu schmelzen, können jedoch bei sehr
gesteigerter Hitze in eine glasige Schlacke umgewandelt werden.
Die Töpfertone lassen sich in allen sedimentären Formationen bis in das
Diluvium hinein verfolgen, besonders reich daran sind jedoch die Kreideformation
und die tertiären Formationsgruppen.
Zusammensetzung der Töpfertone von
Bunzlau
Lautersheim
Kieselsäure . .
. . . 32,51 o/ 0
49.00 o/„.
Tonerde . . .
. . . 21,60 „
33,09 „
Kalk ....
• • ■ 0,34 „
2,00 „
Magnesia . . .
• ■ ■ 0,74 „
0,20 „
Eisenoxyd. . .
• • • 5,69 „
2,10 „
Kali
. • . 2,60 „
—
Wasser. . . .
. . . 6,39 „
13,56 „
Sand ....
. . . 30,51 „
—
3. Ziegelerde, Die am häufigsten für die Ziegelherstellung verwendete Ziegelerde,
deren Benennung eine äußerst verschiedene ist, besteht in einer in sehr verschiedenen
Verhältnissen gemengten Masse von Ton, Sand und Eisenoxyd, zu der
meist noch Kalk, Magnesia, Alkalien und Bitumen treten. Das Verhältnis von Ton
und Sand bewegt sich von 80—40°/ 0 für Ton und von 20—60°/ 0 für Sand; iw
ersteren Falle nennt man die Ziegelerde fett, im letzteren mager. Bin Teil der
Kieselsäure ist mit der Tonmasse chemisch gebunden, während ein anderer, als
freie Kieselsäure mit ihr in innigster Mischung vorhanden, durch Kochen mit Kalilauge
in Lösung gebracht werden kann. Quarzmehl, feiner und gröberer Sand lassen
sich durch einen Schlämmvorgang von der kieselsauren Tonerde trennen. Das Eisenoxyd,
sowie auch das Eisenoxydhydrat sind einerseits an Kieselsäure chemisch gebunden,
andererseits durch Einschwemmung mechanisch beigemengt. Beim Brennen
färbt das Eisenoxyd die Ziegelerde rot, sobald Mengen von 4 °/ 0 davon vorhanden
sind.