fullscreen: Entwicklung der Reklame vom Altertum bis zur Gegenwart

C. DIE PERSONENREKLAME. 
I. Allgemeines. 
Der Ausdruck „Personenreklame‘‘ wird selbst von sonst 
vorurteilsfreien Personen häufig zurückgewiesen, weil in dieser 
Bezeichnung eine gewisse Herabsetzung berühmter Persönlich- 
keiten bzw. deren Verdienste gesehen wird. Die Reklame- 
wissenschaft hat jedoch schon seit langem den Sachverhalt 
richtig erkannt. Rudolf Cronau bezieht in seinem ‚Buch 
der Reklame‘‘ (1886) die Reklame für Personen ausdrücklich 
in den Begriff der Reklame ein. Der im Jahre 1887 im Verlag 
Carl Gerolds Sohn, Wien, erschienene Leitfaden der Reklame 
beschäftigt sich ausschließlich mit der Reklame für Personen. 
Professor Dr. Viktor Mataja bezeichnet in seinem Werke 
„Die Reklame‘‘ jede Bekanntmachung von Personen 
und Gegenständen, die geeignet ist, die Aufmerksamkeit der 
Menschen zu gewinnen, als Reklame. 
Wie sollte auch die Bevölkerung auf andere Weise als 
durch Reklame wissen, daß der Thronfolger N. N. die hervor- 
ragendsten, geistigen und körperlichen Fähigkeiten besitzt, da er 
doch vielfach durch die Etikette von ihr gänzlich abgeschnitten 
ist. Wie soll die Allgemeinheit davon Kenntnis haben, daß 
Dr. X. ein überaus erfolgreicher Operateur ist, da selbst die 
größte Begeisterung seiner Patienten doch nur relativ enge 
Kreise erfaßt. Wie soll dem einfachen Bürger bekannt werden, 
daß der Maler X. der Kunst eine neue Richtung gab, da jener 
doch selbst in der Regel von Kunst nur sehr wenig versteht 
und auch mit Kunstsachverständigen kaum in direkte Be- 
rührung kommt. 
Da die Kenntnis aller dieser Umstände seitens der Be- 
völkerung zufolge einer inneren oder übersinnlichen Erleuch- 
tung von keiner Seite behauptet wird, so mußte sie ihr eben 
auf ganz normalem Wege beigebracht worden sein. Bei SOTB- 
fältiger, objektiver und vorurteilsfreier Nachforschung bleiben 
die wahren Ursachen der Publizität der genannten Tatsachen 
auch nicht verborgen.
	        
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