13 Bucharin: Ockonomik.
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fall des alten Systems und die Organisierung des neuen sind die
grundsätzlichsten und allgemeinsten Gesetzmäßigkeiten der
Uebergangsperiode. Welches auch die Abweichungen hierbei
sein mögen, die Resultante verläuft hier in der Richtung des
Sozialismus. Das Verhältnis zwischen den Staaten des Prole
tariats und den Staaten der Bourgeoisie wird am besten ersicht
lich an ihren kriegerischen Zusammenstößen, am Klassenkriege,
wo die alten Armeen sich zersetzen, weil durch den ganzen Ver
lauf der Entwicklung ein gesellschaftliches Gleichgewicht auf
kapitalistischer Grundlage unmöglich geworden ist.
Der wichtigste Faktor des Zerfalls des kapitalistischen
Systems ist die Auflösung der Verbindungen zwischen den
imperialistischen Staaten und ihren zahlreichen Kolonien. Der
sogenannte „Nationalstaat“ war schon in der Vorkriegszeit die
reinste Fiktion. In Wirklichkeit, real, existierten Subjekte der
Kolonialpolitik, imperialistische Staaten, die komplizierte Systeme
mit einem festen Kern und einer koordinierten Peripherie dar
stellten, und Subjekte dieser Kolonialpolitik mit verschiedenen
Schattierungen und Stufen der Koordinierung, Gerade bei der
Bildung dieser gigantischen Körper spielte die organisierte
„außerökonomische“ Gewalt, die, wie Marx sagte, selbst eine
ökonomische Kraft ist, eine ungeheure Rolle. „Machtpolitik“,
„Armee und Flotte“ und die anderen Reize des Imperialis
mus waren Mittel der Organisierung der imperialistischen
Staatssysteme, Die staatliche Bindung, die sich letzten Endes
auf die bewaffnete Macht stützte, war von ausschlaggebender
Bedeutung. In dem Maße, wie die Staatsgewalt des Kapitals
sich zersetzte, mußte infolgedessen auch eine Zersetzung der
imperialistischen Systeme anfangen, ein Abfall der Kolonien, eine
Zersplitterung der „Großmächte“, die Aussonderung von selb
ständigen „Nationalstaaten“. Vom Standpunkt des Kampfes der
gesellschaftlichen Kräfte aus kann sich dies in einer Reihe von