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Die Mittel zu diesem Preisausgleiche beschafft sich der Zentral- 
verband einmal durch Zuschläge auf die Konsummilch, Der Bauer 
erhält also nicht den vollen Preis, sondern ein Teil geht in den Preis- 
ausgleichungsfonds. Sodann kann der Zentralverband sich auch an 
dem Verkaufe der Molkereiprodukte beteiligen, wie auch die Unter- 
verbände sich aus dem Betriebe von städtischen Molkereien und dem 
Verkaufe von Butter, Käse u. dgl. Einnahmen verschaffen können. 
In vielen Fällen dürfte es sich empfehlen, die Handelszentralen in 
Verbindung mit dem Privathandel zu organisieren und zu betreiben. 
Die Zuschüsse an die schlechter rentierenden Verwertungsarten 
können wesentlich vermindert werden, wenn diese Zweige durch 
Zölle geschützt werden oder wenn die ganze Einfuhr durch staat- 
liche Monopole oder Einfuhrbewilligungen, die nur die zentralen 
Organisationen bekommen, geregelt wird. In diesem Fall kann die 
inländische Ware mit einem dem normalen Milchpreise entsprechen- 
den Werte bezahlt werden. Der Verbraucher erhält dann die in- 
und ausländische Ware zu einem der Güte entsprechenden Mittel- 
preise. 
Die letzte Aufgabe der Organisation besteht endlich in der 
Regelung der Ausfuhr. Das Ziel muß darin liegen, daß für jedes 
milchwirtschaftliche Ausfuhr-Erzeugnis nur noch eine Zentralstelle 
tätig ist. Am einfachsten wird dies erreicht, wenn der Staat Aus- 
fuhrbewilligungen gibt, die nur der betreffenden Zentrale erteilt 
werden. Aber es kann die Aufgabe auch in der Weise gelöst werden, 
daß die Produzenten verpflichtet werden, ihre Erzeugnisse nur diesen 
Zentralen zu übergeben. 
Gestützt auf diese nationalen Organisationen wären dann auch 
internationale Abmachungen über Preise und Ausfuhrmengen möglich. 
Manchen mag dieses Programm reichlich utopistisch vorkommen. 
Ich hätte es auch nicht gewagt, es hier vorzuführen, wenn es nicht 
in der Schweiz schon seit einer Reihe von Jahren verwirklicht wäre. 
Der Zentralverband schweizerischer Milchproduzenten umfaßt 24 Unter- 
verbände, denen 3340 Örtliche Milch- und Käsereigesellschaften mit 
über 100000 Mitgliedern, die 550 000 Kühe besitzen, angeschlossen 
sind. Die größeren dieser Verbände betreiben eigene städtische 
Molkereien und Butterzentralen und befassen sich auch mit dem in- 
ländischen Käsehandel. Der Zentralverband selbst hat ein Käse- 
exportgeschäft, die Emmental-A.-G., gegründet, deren Aktien in den 
Händen der Verbände sind. Diese ist auch ein Glied der schweize- 
rischen Käseunion, die alle Käseexportfirmen der Schweiz und den 
Zentralverband der Milchproduzenten umfaßt und die den ganzen
	        
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