Full text : Die Theorie der Volkswirtschaft

Ill

schon  erwähnt,  daß  dies  zur  Entstehung  des  Handwerks  führt.
Diesen  Prozeß  werden  wir  noch  näher  kennen  lernen.  Jetzt  sei
nur  der  Einfluß  des  Handwerks  auf  die  Verteilung  der  Produktivkräfte ­
  in  der  Wirtschaft  untersucht.
Die  Naturalwirtschaft  konnte  seit  alters  viele  Bedürfnisse  mittels ­
  Austausch  decken.  Dennoch  hat  dieser  Umstand  für  die
Verfassung  der  Naturalwirtschaft  keine  durchgreifende  Bedeutung ­
  gehabt.
Das  charakteristischste  Merkmal  der  Fronhofswirtschaft  des
12.  Jahrhunderts  in  England  ist  ihr  „Sichselbstgenügen“,  ihre
„soziale  Unabhängigkeit“.  ,,Im  Dorfe  fanden  sich  Leute,  die  alle
für  das  alltägliche  Leben  nötigen  Beschäftigungen  und  Handwerke ­
  trieben.  Da  gab  es  immer  eine  Wasser-  und  Windmühle,
welche  die  Gutsbauern  gegen  Abgaben  zu  benutzen  verpflichtet
waren  .  ,  .  Viele  Dörfer,  wenn  auch  nicht  alle,  hatten  ihren
eigenen  Schmied,  ihren  eigenen  Zimmermann.  Diese  beiden
waren  wohl  zuerst  Gemeindebeamte,  denen  unter  der  Bedingung,
daß  sie  die  Pflüge  des  Grundherrn  und  der  Bauern  ausbesserten,
Land  gegeben  wurde  .  .  .  Ein  anderer  Dorfbeamter,  dem  manchmal ­
  kraft  seines  Amtes  Land  verliehen  worden  zu  sein  scheint,
war  der  Pfandhauswärter.“
„Dies  war  der  durchschnittliche  Zustand  des  dörflichen  Lebens
in  England;  die  Bauern  bestellten  auf  herkömmliche  Weise  jahraus, ­
  jahrein  ihr  Land,  nährten  sich  von  dem  Ertrage  ihrer  Arbeit
und  kamen  mit  der  Außenwelt  nur  wenig  in  Berührung.“
(W.  J.  Ashley  „Englische  Wirtschaftsgeschichte“,  deutsch  von
K.  Oppenheim.  Leipzig,  1896,  Bd.  I,  S.  32—33.)

heit  verdankt  dem  Mann,  daß  der  Mensch  von  einem  „kriechenden*
zu  einem  „laufenden“  Tier  geworden  ist,  während  die  Frau  den  Ackerbau ­
  erfunden  hat,  der  sich  aus  der  Pflanzensammlung  entwickelt  hat.
Mit  der  Ausdehnung  des  Haushaltes,  der  allmählich  die  ganze  Arbeitszeit ­
  der  Frau  in  Anspruch  nimmt,  geht  die  Funktion  der  Nahrungsgewinnung ­
  immer  mehr  auf  den  Mann  über.  Obwohl  diese  Hauptfunktion ­
  der  Wirtschaft  auf  gewissen  Entwicklungsstufen  weniger  Arbeit
fordert  als  die  Haushaltung,  wird  dennoch  der  Mann  zum  Familienhaupt ­
  So  beginnt  die  Arbeitsteilung  zwischen  Mann  und  Frau  schon
auf  den  ersten  Entwicklungsstufen  der  Wirtschaft
            
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