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des Staates die Revolution herbeiführe. Als Todfeind des
Liberalismus war Kankrin denn auch überzeugt von der
»ewigen Unmündigkeit der Massen«, die beständig bevormundet
werden müssen, denn »sonst drohe der Gesellschaft
Verderben«. 1 )
Wohl darum besaß Nikolaus I. trotz einer gewissen
persönlichen Abneigung volles Vertrauen zu Kankrin und
zeigte großen Respekt vor seinen Kenntnissen. So hat er
im J. 1838 sogar den finanzwissenschaftlichen Unterricht
seines Sohnes, des nachmaligen Alexanders II., Kankrin
übertragen. Die Notizen zu den Vorlesungen hat Kankrin
seinem Sekretär in die Feder diktiert, und diese Notizen
sind dann 1881 in Petersburg aus dem Archiv des Finanzministeriums
dem Drucke übergeben worden (russisch, erschienen
im XXXI. Bd. der Sammlungen der »Kais. Russ.
Hist. Gesellschaft«).
An Intrigen und Feinden hat es Kankrin nicht gefehlt.
Von den letzteren sind ihm Vorwürfe gemacht worden, daß
er seine Stellung für seine Privatinteressen benutzt habe.
Und das ganz entschieden mit Unrecht. Wenn man Kankrin
vieles vorwerfen könnte, so doch unmöglich Habsucht und
Veruntreuungen, von denen er absolut freigesprochen werden
muß. Sogar gegen den Willen seines Herrn ließ er seine
Söhne auf eigene Kosten erziehen und hat sich auch niemals
erlaubt, Börsenpapiere und Aktien zu kaufen. Er hielt
das für unvereinbar mit seiner Stellung. Sein ganzes Vermögen,
das er in Rußland erworben hat, erhielt er ausschließlich
für seine Dienste und Treue vom Kaiser selbst,
der ihm im Jahre 1829 auch den Grafentitel verlieh.
Im Jahre 1839 hat die Gesundheit Kankrins eine erste
grosse Erschütterung erfahren. Auch begann seitdem seine
Stimme in Finanzsachen an Kraft zu verlieren. Im folgenden
Jahre begab er sich zur Herstellung seiner Gesundheit
nach dem Ausland, wohin er auch in den Jahren 1841 und
9 Rtgb. l. 11. —