7 Ein Erzeuger, der bisher eine Ware für 240 Mk. mit 15%' Nutzen verkaufte, und nunmehr 20% verdienen möchte, rechnet wie folgt: ' 240 Mk. alter Verkaufspreis -7- 36 „ 15% Gewinn 204 Mk. Selbstkosten 51 „ + 25o/o 255 Mk. neuer Verkaufspreis. Wer 20% am Verkaufspreis verdienen will, muß 25,%. auf die Selbstkosten aufschlagen. b) Durch einen Rohgewinnaufschlag sollen außer einer Gewinn quote noch Kosten gedeckt werden: 1. Der Bruttogewinn wird auf die Anschaffungskosten auf geschlagen; im Beispiel a l 1 sind die Anschaffungskosten 1750 Mk.; ein Rohgewinnzuschlag von 32 % = 560 Mk. deckt 20 % Reingewinn auf die Selbstkosten, 10% Handlungskosten und 20_%J Gewinn von dem Handlungskostenzuschlag. 2. Der Bruttogewinn wird auf den Umsatz bezogen; bei einem Verkaufswert von 2310 Mk. werden etwa 24 1 / i °/o 1 brutto verdient. Die industrielle Kostenberechnung rechnet im allgemeinen nach a l 1 ., der Warenhandel gewöhnlich nach a 2. oder b 2. Die kaufmännische Gesetzgebung kennt nur die Begriffe Börsen- oder Markt preis, Anschaffungs- und Herstel lungspreis [§ 261 Ziff. 1—3 des H.G.B.]. Der Begriff Selbst kostenpreis erscheint erstmals in Entscheidungen zu dem früher zitierten Wettbewerbsgesetz. Selbstkosten-, Einkaufs- bzw. Herstellungs- oder Erzeugungspreis und Verkaufs preis sind nicht gleichbedeutend 1 ). II. Die Zusammensetzung des Verkaufs-, des Selbstkostenpreises und des Herstellungswertes eines Fabrikates ergibt sich aus dem folgenden Schema 2 ): *) Über die Bedeutung der Gewinnzuschlftge in der Kriegsgesetzgebung vgl. Alsberg, Kriegswucherstrafrecht, 2. Aufl., Berlin 1917, S. 48 ff. s ) Die schon in früheren Auflagen durchgeführte scharfe Trennung ist inzwischen allgemein übernommen worden. Auch die englische Literatur schließt sich ihr an. Ridgway, Cost account in principle and practice (London, etwa 1911) S. 30 ff. unterscheidet: flat cost, works cost, Gross cost, selling price. Die allgemeinen Kosten (establishment charges) trennt er in works charges und selling charges.