12 gaben, keine Aufwendungen, obgleich man sie für die Kalkulation des Unternehmers als Kostenbestandteil anzusehen pflegt 1 ). 2. Der unter l 1 . angeführte Fall der Zinsberechnung ist bedeutungsvoll ­ für Einzelunternehmungen, Personalgesellschaften und für Rentabilitätsberechnungen. Von allgemeinerer Bedeutung für die Selbstkostenermittelung ist die Anrechnung von Zinsen auf das Anlagekapital, beispielsweise bei der Ermittelung der W erkstatt- oder Maschinenunkosten. Die Mehrzahl der uns bekannt gewordenen ­ Kalkulationsmethoden rechnet neben der Abschreibung auch Zinsen auf das in der betreffenden Werkstätte oder Maschine investierte Kapital, und zwar rechnen die einen Betriebe sie vom ursprünglichen Anschaffungswert, die anderen vom jeweiligen Buchwert, entsprechend der Abschreibungsmethode. Durch die Immobilisierung eines erheblichen Teils des Kapitals entstehen Zinsverluste, die vom Käufer der erzeugten Güter zu tragen sind. Es sind Verluste auf Kapitalwerte, die der Produktion dienen, mittelbare Aufwendungen für die Bereitstellung von Mitteln zum Zwecke der Herstellung und somit Teile der Selbstkosten. Ein im Verhältnis zur Produktions- und Absatzfähigkeit zu großes Anlagekapital ­ verteuert die Selbstkosten insofern, als die Zinsen (und die Amortisation) einen Bestandteil dieser Selbstkosten bilden. 3. Die (passiven) Darlehnszinsen sind der Mietpreis für Leihkapital, der Preis für Kapitalnutzung, ihrer Höhe nach im voraus durch Vertrag bestimmt und in ihrer Gesamtheit von der Art der Finanzierung der Unternehmung abhängig. Sie sind Erträgnisse ­ einer anderen Wirtschaft und zweifellos ein Teil der Unternehmerselbstkosten. ­ Schuldzinsen für Hypotheken, Anleihen, Bankgelder ­ sind Werbungskosten, feste Ausgaben, unabhängig von der Leistung der Unternehmung. Sie bilden in der Selbstkostenberechnung einen Durchgangsposten. Was der Verkäufer durch Einrechnung der Schuldzinsen in den Selbstkostenpreis der Produkte an Zinsen erhält, geht mit dem Fälligkeitstag der Schuld in die Hände der Gläubiger über. Die Zinsen des fremden Kapitals schmälern den Gewinn. Schulte 2 ) meint, die Selbstkosten eines Betriebes sind von den finanziellen Verhältnissen der Unternehmung unabhängig, weshalb ') Wagner, Gemischte Werke, S. 41, rechnet 4% des Aktienkapitals zu den Selbstkosten; 15 Mill. Kapital zn 4% = 600000 Mk., pro Monat 50000 Mk., verteilt mit 38 % = 19000 Mk., auf die Hochöfen, mit 60% auf das Walzwerk, mit 2 % = 1000 Mk. auf die Eisengießerei! Ein anderes Beispiel für die Berechnung des Betriebskapitals und dessen Verzinsung bringt Scliuchardt, Selbstkostenberechnung ­ in Hüttenwerken, 1909, S. 49 ff. 2 ) Zeitschr. f. handelswiss. Forschung, IV. Jahrg., S. 335; ähnlich auch Meitzer, Grundzüge, S. 22.