17 erwachsen. Zu den Herstellungs- oder Produktionskosten (im privat- wirtschaftlichen Sinne) sind zu rechnen die Kosten der Gewinnung (z. B. Bergbau), Bearbeitung und Verarbeitung; zu diesen Kosten treten bei den Erzeugnissen der Umformungsindustrie noch die Kosten des Rohstoffes am Orte der Verarbeitung unter Berück sichtigung der Mengenverluste infolge der Bearbeitung, des Erlöses der Abfälle und der Nebenprodukte. Die Anschaffungskosten für Roh- und Hilfsstoffe sind wie die Anschaffungskosten einer Handels ware zu kalkulieren. Die Vertriebskosten entsprechen den früher angeführten Verkaufskosten. Die Selbstkosten eines Fabrikates entstehen nicht erst mit der Erzeugung selbst, sondern von dem Zeitpunkt, in welchem der Produzent an die Frage der Anfertigung herantritt — man denke an Offertkonstruktionen, Vorversuche und ähnliches —; sie endigen mit der Ablieferung der Ware und dem Eintreffen der Zahlung des Kaufpreises, in anderen Fällen erst mit dem Erlöschen der Haftpflicht des Verkäufers, d. h. mit dem Ablauf der Garantiedauer 1 ). Der Verkaufspreis soll den Aufwand an Kapital bei der Pro duktion und bei dem Verkauf ersetzen und den Mehrwert über die Selbstkosten, das ist den .Gewinn enthalten. Eine Gliederung dieser Selbstkosten kann nach verschiedenen Gesichtspunkten versucht werden. Zunächst werden gewöhnlich Herstellungs- (Produktions- oder Fabrikations-) Kosten von denen des Vertriebes, des Absatzes unterschieden; die Herstellungskosten nach Art der Berechnung wiederum in un mittelbare und mittelbare Aufwendungen. In der Um formungsindustrie spricht man in bezug auf das Einzelfabrikat von Spezial- und Generalkosten des Fabrikates [§ 13]. Die Generalkosten lassen sich scheiden in solche die für den einzelnen Werkbetrieb, die Abteilung, die Werkstätte oder den Arbeitsplatz sich unmittelbar feststellen lassen — Sonderkosten unter den Generalspesen, besondere Betriebsunkosten — und gemeinschaftliche, allgemeine Betriebs- oder Herstellungsunkosten, die nach bestimmten Verteilungsschlüssen auf die Werkbetriebe, Abteilungen usw. verteilt werden müssen, da sie nicht direkt erfaßbar sind. Man spricht von einmaligen und von laufenden in regelmäßigen Zeitabschnitten wiederkehrenden Kosten und unterscheidet letztere in feste und veränderliche. Diese Gruppierungen sollen zur vor läufigen Orientierung genügen; sie lassen zahlreiche Modifikationen zu. Jede der angeführten Einteilungen hat ihre theoretische Be- ‘) So berechnet beispielsweise eine Akkumulatorenfabrik einen X°/o Selbst kostenaufschlag für „Reklamationen“. L$itn»r, Selbstkostenbereehmmg. 7„ Auf}. 2