29 In dieser Formel stehen V, und der Gewinnaufschlag * 1 ) bei gleichen Selbstkosten in einem direkten proportionalen Yerhältnisse: Je höher der Verkaufspreis, desto größer der Gewinn. Da sich der Verkaufs- als Marktpreis im allgemeinen nach Angebot und Nachfrage richtet, so sind V und Gewinn variable Größen. Syndikate beeinflussen den Verkaufspreis in der Regel günstig. Im Angebot kommen zum Ausdruck Selbstkosten, Verkaufsdringlichkeit, Vorratsmenge, Möglichkeit anderweitigen Absatzes (Konkurrenz der Käufer); die Nachfrage richtet sich nach der Größe des Bedürfnisses,- Kaufdringlichkeit, Zahlungsfähigkeit des Käufers, Möglichkeit ander weitiger Beschaffung (Konkurrenz der Verkäufer). Die Beobachtung der erwähnten wirtschaftlichen Preisbestim- mungs - Momente ist Sache der Preispolitik. Die Selbst- kosten-Kalkulation hat die Aufgabe, die „Selbstkosten“ des Verkäufers zu berechnen, d. h. die Summe aller unmittelbaren und mittelbaren Aufwendungen mit erreichbarer Genauigkeit zu bestim men, die die Erzeugung und der Absatz eines Produktes ver ursachten. Wird auch der Verkaufspreis kalkuliert, einschließlich des Gewinnaufschlages, so kann es sich um ein Produktionsmonopol, einen patentierten Artikel handeln, dessen Verkaufspreis sich noch nicht nach der Konkurrenz der Verkäufer richten muß, oder um einen Voranschlag, oder schließlich um die Ermittelung eines „theo retischen“ Verkaufspreises, eines Hoffnungswertes. Aber stets werden bei der Festsetzung des Verkaufspreises preispolitische Momente mitsprechen. Die Preiskalkulation ist eine Kosten ’) Analyse der Gewinne einer Produktionsunternehmung: 1. Fabrikationsgewinn durch Steigerung des Marktwertes der Erzeug nisse infolge der Bearbeitung des Roh- oder Zwischenproduktes mit Ein schluß des Gewinnzuschlages auf den Verkaufspreis des Betriebsstoffes. Reingewinn ist der Unterschied zwischen Selbstkosten und Verkaufserlös. 2. Materialpreisgewinne, d. i. der Unterschied zwischen Einkaufskosten und dem angerechneten Verkaufspreis der Rohstoffe, wenn der Tagespreis höher ist als der selbstbezahlte Einkaufspreis. Hierher zählen auch die spekulativen Bedarfsdeckungen in der Form der börsenmäßigen Termin geschäfte. 3. Lieferungsprämien, d. s. Preiszuschläge für Belieferung in bestimmten Mengen bzw. über eine Mindestmenge hinaus. 4. „Stille“ Gewinne im Unterschied zwischen aufgerechneten und veraus gabten Unkosten. 5. Ersparnisgewinne durch Ausschaltung von Zwischengliedern: Selbst verarbeitung der Nebenprodukte, Selbstverwertung der Abfälle, Selbst erzeugung der Betriebsstoffe und Selbstverbrauch der Vor- und Zwischen- . produkte im Wege der Betriebsvereinigung, Selbstverkauf der Fabrikate. 5. Anorganische Gewinne, wie Finanzierungs- und Beteiligungsgewinne an industriellen Unternehmungen. 7. Handelsgewinne, wenn neben der Erzeugung auch Handel mit Industrie produkten getrieben wird.