Löitner, Selbtkostöubereehnung 7, Auf]. 33 Anlage- und Betriebskosten für notwendige Nebenbetriebe, die allen Betrieben gemeinsam dienen (Gas- und Wasserwerke, Eisenbahnen); Wegfall der Zwischenfraeht, der Vergütung an Zwischenhändler; Ersparnis durch Verarbeitung der Nebenprodukte im eigenen Be triebe, Verwertung der Hochofengase. Die Vorteile der Vereinigung verschiedener Produktionsstufen in einer Unternehmung — z. B. in der Montanindustrie: Gruben und Hochofen, Hochofen und Stahl werk, Walzwerk und Maschinenfabrik, von denen der eine Betrieb das Material liefert, der andere es verarbeitet — treten um so stärker in Erscheinung, wenn die verschiedenen Betriebe auch örtlich kon zentriert sind. e) Von der unter ß erwähnten Politik der Unkosten Verteilung ist die Politik der Schaffung von Kostenreserven zu unterscheiden, mit denen Unternehmungen mit stark schwankenden Betriebsergebnissen bzw. Betriebsunkosten oder mit einem ungenauen System der Kostenberechnung zu arbeiten pflegen. Es wird beispiels weise bei Preisangeboten auf Grund einer Vorkalkulation das Roh gewicht des Werkstoff Verbrauchs höher veranschlagt (Material - k ostenreserve); oder die Zentral Verwaltung bestimmt, daß für das Jahr 1920 mit 250% Unkosten zu kalkulieren ist, während die wirklichen Unkosten nur bis 200%' betragen. Wenn eine finanziell gut fundierte Unternehmung trotz bilanzmäßig vollständig abge schriebener Anlagewerte in die Unkostenberechnung die normalen Abschreibungen auf diese Produktionsanlagen einrechnet, schafft sie sich durch dieses für, die Dauer der Produktionsfähigkeit der Anlagen durchaus zu rechtfertigendes Verfahren eine stille Un kostenreserve, die sie in den Stand setzt, unter Umständen beim Preis entgegenzukommen. Wir haben eine Unternehmung kennen gelernt, die durch Einrechnung der stillen Abschreibungen auf die Anlagewerte und die Lagerbestände, der sozialen Lasten wie Spenden, Pensionskassendotierung und anderer „Unkosten“ in die Kosten des folgenden Geschäftsjahres den Unkostenzuschlag von 160 o/o' auf 370% hinaufsetzte, und bei diesem Unkostensatz dank ihrer vorzüglichen technischen Einrichtungen immer noch konkur renzfähig blieb. Falls eine Fabrik gewohnheitsmäßig mit 6 o/o Ausschuß kalkuliert, obgleich sie tatsächlich zwischen 3—5% Aus schuß hat, liegt in dem Unterschied wiederum eine Gewinn- bzw. Kostenreserve. Bekannt sind auch die Ausbeutereserven in der chemischen Großindustrie, die sich ein Betriebsleiter durch An gabe ungünstigerer Ausbeutezahlen schaffen kann, eine Reserve, aus der er ohne Kenntnis der Zentralverwaltung gelegentliche un günstigere Betriebsergebnisse, z. B. Fehlchargen in der Farben industrie deckt oder besser gesagt: verschleiert.