36 — sie dem Arbeiter zum Bewußtsein komlmt, begegnet Mißtrauen; denn jeder Arbeiter glaubt zunächst, daß es der Zweck der Neu organisation sei, seinen Lohn- oder Gewinnanteil zu kürzen, und darin sind Arbeiter bekanntlich am empfindlichsten. Die Werkmeister fürchten eine Vermehrung der Schreibarbeit, und die Betriebsleiter schließlich — ihrer Meinung nach sind ihre Betriebe stets zu hoch mit Unkosten belastet — befürchten eine weitere Belastung. Bei der Aufzeichnung eines Aufwandes, der dem Arbeiter überlassen bleiben muß, z. B. Eintragung der auf eine Arbeit verwendeten Zeit, erleichtere man dem Arbeiter die Schreib- und insbesondere die Yerstandesarbeit. Je mehr Gedankenarbeit man ihm zumutet, mit um so geringerer Gewissenhaftigkeit wird die Aufzeichnung erfolgen; man muß eben den Arbeiter nehmen wie er ist und nicht wie er sein soll. Der Ausbau soll planmäßig und stets im Einvernehmen mit dem Betriebsleiter erfolgen. Der Organisator wird zunächst die Faktoren der Yerrechnung im einzelnen bestimmen, vorerst die Hauptbetriebe, dann die Nebenbetriebe, zuerst die Hauptarbeiten, dann die Nebenarbeiten allmählich genauer verrechnen. Es kann infolge wirtschaftlicher Erwägungen wünschenswert erscheinen, die Kosten einer Betriebsabteilung genauer zu zergliedern, diejenigen einer anderen Abteilung weniger zu spezialisieren. Selbst gut aus- gebaute Yerrechnungssystame bedürfen mitunter einer vorüber gehenden oder dauernden Erweiterung und Änderung, die einer ver änderten Sachlage und neuen Anforderungen an die Kalkulation entsprechen. Die Organisation der Werkstätte muß Hand in Hand mit der Organisation des Kostenwesens gehen; der Werkmeister hat die erforderlichen Grundlagen für das Yerrechnungssystem zu liefern. Man versuche, zunächst ihn für eine Neueinrichtung zu interessieren; man wird seine Ratschläge hören, seine Sachkenntnis verwerten und die Hauptsachen der Verrechnung mit ihm besprechen. Schließ lich ist er derjenige, der neben dem Kalkulationsbureau am meisten in Mitleidenschaft gezogen wird. Unerläßlich ist es bei der Organisation (oder Kritik) eines Verrechnungssystems, zu prüfen, ob die mit den primären Auf zeichnungen betrauten Personen den angegebenen Weisungen ent sprechend handeln, ob diese Personen auch befähigt sind, die Auf zeichnungen und Beobachtungen mit hinreichender Genauigkeit zu machen. logische (Trägheitsmoment, Uninteressiertheit u. ä.) Vgl. auch Moral, Re vision und Reorganisation. Berlin 1911.