42 In Betrieben, die den Rohstoff selbst erzeugen und weiter ver arbeiten, sind die Kosten der Herstellung oder der Gewinnung von jenen der Weiterverarbeitung rechnerisch zu trennen. ,V. Die Kalkulation eines Fabrikates in Unternehmungen knit individuell bestimmbaren Erzeugnissen kann*) eine Einzel- oder eine Gesamtkalkulation sein (vgl. auch § 2). Die Einzelkalkulation stellt die Selbstkosten des ganzen Fabrikates fest, hält jedoch dessen Einzelteile rechnerisch derart auseinander, daß neben dem Gesamtpreis des Produktes auch der Preis eines jeden einzelnen Teiles oder Stückes ersichtlich ist. Es werden beispielsweise alle Teile einer zu kalkulierenden Dampf maschine — Grundplatte, Anker, Ankerplatten, Dampfzylinder, Zylinderkolben usf. — aus Stücklisten, Zeichnungen etc., so zu sammengestellt, daß die Gesamtkosten eines jeden Maschinenteils zu ersehen sind. Diese rechnerische Auflösung eines Fabrikates in Einzelteile hat manche Vorzüge: Leichte Berechnung der Ersatzstücke, der Änderungen in der Ausführung einzelner Teile usw. Die Gesamtkalkulation hingegen berechnet nur die Ge samtkosten eines Fabrikates, ohne eine Übersicht über die Her stellungskosten der Einzelteile oder -arbeiten zu geben. Material und Löhne werden so wie sie verausgabt sind, fortlaufend notiert, nach Kommissionsnummern verteilt und schließlich nach Beendigung der Arbeit zusammengezählt. VI. Unternehmungen, die die Erzeugung homogener Massen zum Gegenstand haben, begnügen sich häufig, in der Kostenauf stellung die Ausgaben planlos aneinander zu reihen, ohne zweck mäßige systematische Gliederung. In bergbaulichen Betrieben beispielsweise findet man Kosten der Aufsicht, Wetterführung, des Abbaues usw. im bunten Durch- und Untereinander. Systematischer ist das folgende Schema, das die Kosten der Produktion trennt in: Löhne in der Grube, Löhne über Tag, Materialien, allgemeine Un kosten (vgl. S. 38/39). Zweckmäßiger ist es, die Produktionskosten so zusammen zustellen, daß die Gesamtkosten der einzelnen Arbeiten Zu ersehen sind. Das hat den Vorzug, daß die Rentabilität und die Angemessenheit einer jeden Einzelarbeit beurteilt werden können; nach dem oben angeführten Schema ist dies vielfach unmöglich. Man vergleiche hingegen das Schema Seite 43. In Betrieben, deren Produktionsarbeit in scharf voneinander geschiedene Prozesse zerfällt, soll der Gesamtproduktions- pro/eß auch rechnerisch in seine Einzelprozesse *) Nach Bailewski, Der Fabrikbetrieb. Berlin 1905, S. 195 ff.