170 Hier läßt sich nur erörtern, wie man die Kosten verteilen kann und wie sie in der Praxis verteilt werden. Jede Unternehmung rechnet nach einer einfacheren oder komplizierteren Formel, die nur für Normalfälle Berechtigung hat. Vielfach kann sie nur zur schnellen, einfachen und schätzungsweisen Berechnung der Selbst kosten dienen. Im Einzelfall ist stets zu prüfen, ob die Erzeugung des betr. Fabrikates nicht Besonderheiten aufweist, die den Unternehmer zwingen, die Formel zeitweilig zu ändern oder von ihrer Verwendung ganz abzusehen. Selbst bei gleichförmig verlaufender Fabrikation soll zeitweilig geprüft werden, ob die zur Zeit der Aufstellung der Kalkulationsformel vorhanden gewesenen Betriebsverhältnisse noch bestehen. Ebenso muß fortlaufend eine Kontrolle der Unkosten- zuschläge ausgeübt werden, ob diese tatsächlich die Unkosten decken und ob die zu hohen Spesen durch den Betrieb oder den Vertrieb verursacht sind. Wenn eine Werkstätte bei normaler Be schäftigung an direkten Löhnen Mk. 10 000,— verbraucht, der Un kostenaufschlag mit 53,3%. berechnet wurde, so darf dieser Betrieb nur Mk. 5330,— an Kosten verbrauchen (Sollumsatz); an der Hand der Unkostenstatistik der Abteilung läßt sich der Istumsatz leicht kontrollieren. Sind die Ausgaben höher, andauernd größer, dann ist der Lohnaufschlag falsch berechnet oder nicht mehr richtig. Änderung der Arbeitsmethoden, Einführung von Arbeitsmaschinen u. ä. bedingen häufig eine Neuberechnung des Aufschlages oder eine Änderung der Verteilungsart. Jede Unternehmung soll die festen Unkosten auf einen Monat oder Arbeitstag, überdies in Prozentanteilen an den Produktiv löhnen kennen; z. B.: die monatlichen festen Unkosten nach dem vorjährigen Durchschnitt betragen 800 Mk. — 40% der Arbeits löhne. Es müssen somit monatlich 20000 Mk. produktiver Löhne verausgabt werden, um diese Unkosten zu decken, eine grobe Durch schnittsrechnung bzw. Kontrolle, die naturgemäß auf die verschiedene Zahl der Arbeitstage Rücksicht nehmen muß. Eine andere Methode der Kontrolle ergibt sich aus der Um rechnung der Kostenteile auf Grund einer Stückkalkulation auf den Gesamtauftrag, z. B.: Gesamtauftrag 400 000 Stück zu 32 Mk. je 100 Stück, Stöckkalkulation: Werkstoff 20,05 Fabrikationslöhne 1,75 Unkosten 175°/o 3,06 Fracht —,08 Selbstkosten das Stück 24,94 Gewinn 28 '/3 0 /° 7,06 Lieferpreis 32,— Gesamtk osten: 80,200 Mk. 7,000 „ 12.240 „ 320 , insgesamt 99,760 Mk. 28.240 „ Erlös 128,000 Mk.