183 den Artikeln aus billigerem Material einen höheren Kostenaufschlag tragen müssen, obwohl die gleichen Unkosten aufgewendet wurden wie bei einem Fabrikat -aus geringerem Material; auch rohe oder wenig bearbeitete Produkte werden zu teuer kalkuliert. Beispiel: Material 100 Löhne 75 175 -f-100,% 175 Unkostenzuschlag Selbstkosten 350. Nimmt man schlechteres Material (M = 60), verwendet aber größere Sorgfalt auf die Bearbeitung (L = 115), so sind die direkten Kosten dieselben wie im ersten Fall, der Aufschlag derselbe trotz der längeren Arbeitszeit. Diese Methode ist unserer Ansicht nach nur dann anwendbar, d. h. sie führt zu einem rechnerisch richtigen Ergebnis, wenn die indirekten Ausgaben für Rohmaterial und Löhne annähernd die gleichen sind, oder wenn die Artikel nur aus einem Material hergestellt werden. Unlogisch ist auch diese Methode. Der Wert des Rohstoffes ist ein Durchgangswert, der auf die Be triebskosten wenig oder gar keinen Einfluß hat. Dem Werte des Fabrikationsmaterials sind alle Kosten der Be schaffung, Lagerung und Verwaltung anzurechnen, also: Bezugs spesen, Verluste durch Schwund, Ausschuß, Verkrümmelung, die Kosten der Magazinsverwaltung (Gehälter, Löhne, Material unkosten, § 14); alle übrigen indirekten Ausgaben werden ge wöhnlich den Fabrikationslöhnen zuzurechnen sein. Häufig zählt man dem Materialaufschlag auch die Zinsen Verluste zu, die durch längere Lagerung entstehen. 1. Rechnungsbeispiel (schematisch): Lagerraum: Verzinsung und Abschreibung 6°/o von Mk. 8000,— . . . = 480,— Instandhaltung .... 150,— Lagerinventai’: (Verzinsung, Abschreibung, Instand haltung Verwaltung: Gehälter, Löhne (persönliche Kosten 1 )) Allgemeine Kosten: Anteil an Beleuchtung, Ver sicherung, Bureaubedarf u. a. . . Mk. 630,— „ 210- „ 2600,— „ 500,- Es entfallen für Generalkosten Mk. 3940,— auf durchschnittlich 40000,—- Mk. im Jahr verarbeitete Rohstoffe = 10%, d. h. dem Rohmaterialwert eines jeden Fabrikates sind ‘) Wo ein besonderes Einkaufsbureau besteht, sind dessen Kosten gleich falls hierher zu rechnen.