361 Kalkulationsbeispiele aus der chemischen Großindustrie. (Vgl. S. 380 den Hinweis auf die betreffenden Stellen dieses Buches.) In der chemischen Großindustrie (der Farben, Säuren u. ä.) spielen die Arbeitslöhne eine untergeordnete Eolle im Verhältnis zu den übrigen Selbstkosten, insbesondere den Materialkosten. Die Unterscheidung zwischen Produktiv- und Nichtproduktivarbeitern ist hinfällig, gelernte Arbeiter (Handwerker für Bau- und Reparatur arbeiten) sind in der Minderheit. Die in der mechanisch-techno logischen Industrie üblichen Kalkulationsmethoden können in der chemisch-technologischen keine Anwendung finden, es sei denn, daß sich an die chemische Gewinnung der Vorprodukte eine mechanische Verarbeitung bis zum Endprodukt anschließt, z. B. Verarbeitung der Rohmasse in der Fabrikation der Nitrozellulose- und des Nitro glyzerinpulvers, Pressen und Körnen von Schwarzpulver, Spreng körpern. Doch erscheint es empfehlenswert in solchen Fällen (der Massenproduktion und der Möglichkeit monatlicher Kostenermitt lung) mit einem einheitlichen Berechnungsmodus zu arbeiten und die Kosten auf 100 kg bzw. 1 kg, also auf die Gewichtseinheit um zurechnen (Divisionsmethode). Hauptsache für diese Industrie ist eine weitgehende Zerlegung der Unkosten der Herstellung — Material kosten, Fabrikationskosten, das sind hier Fabrikationslöhne und Be triebsunkosten, Generalkosten der Zentralverwaltung — getrennt für Haupt-, Hilfs- und Nebenbetriebe und, soweit erforderlich, für die einzelnen Zwischenprodukte bzw. Fabrikationsstufen, wie das später folgende Beispiel der Kostenberechnung für Schwefelsäure es er kennen läßt. Ein anderes Beispiel: Für Pikrinsäure kann Benzolsalz oder Chlorbenzol als Ausgangsprodukt genommen werden, beide Verfahren sind kalkulatorisch auseinander zu halten. Der ungefähre Weg des ersten Verfahrens ist: Benzolsalzi, Reinphenol, Pikrinsäure roh aus Phenol, endlich Pikrinsäure rein. In der folgenden Kostenberechnung sind die Produkte des eigenen Betriebes — Reinbenzol, Schwefelsäure, Salpetersäure, S0 3 usw. — mit dem Verrechnungspreis bzw. Verkaufspreis, die von den fremden Betrieben eingekauften Säuren mit ihrem Einstandwert frei eigene Fabrik eingestellt. Kontrolle der Ausbeute, Verrechnung der wieder gewonnenen Säuren usw. In dem folgenden Beispiel werden die Zwischenprodukte mit Unkosten belastet, die Generalkosten sowie der Gewinn jedoch erst auf das Endprodukt geschlagen (S. 84 f). Die Berechnung bzw. Verteilung der Fäbrifckosten auf die Zwischen produkte erfolgt nach dem Schema S. 147 f.