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        <title>Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe</title>
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            <forname>Friedrich</forname>
            <surname>Leitner</surname>
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Preisunterschiede zwischen dem höchsten und niedrigsten Angebot 
sind in der Regel zu bedeutend, um sie nur durch die (Verschiedenheit 
der betriebstechnischen und -wirtschaftlichen Verhältnisse der Be 
teiligten zu rechtfertigen. Wenn auch einzelne solcher Blüten der 
Sucht nach Reklame, andere wieder dem Streben nach Vermehrung 
der Arbeitsintensität des Unternehmens entspringen,, zumeist finden 
sie ihre Begründung in der Unfähigkeit, ein verwickeltes schwie 
rigeres Angebot richtig zu berechnen. Viele Unternehmer kalkulieren 
nach alten, traditionellen, nunmehr falschen 
Formeln, die nicht der eigenen Denkarbeit entsprungen sind, 
und ohne sie auf ihreRichtigkeit kritisch zu prüfen. Während 
man der Weiterentwicklung des technischen Prozesses alle Sorgfalt 
widmet, berechnet man die Kosten nach dem alten Rezept. Mag 
sein, daß die Arbeitsüberhäufung und die gesteigerten Anforde 
rungen an seine wissenschaftliche Weiterbildung den Betriebsleiter 
hindern, der Kostenberechnung größere Aufmerksamkeit zu schenken, 
oder, daß man diese Arbeit als ein notwendiges Übel technisch und 
kaufmännisch unzülänglich vorgebildeten Hilfsbeamten überläßt, oder 
daß man auf Fehler nicht aufmerksam gemacht wird, kurz, die 
Tatsache ist nicht zu leugnen, daß die Kalkulationssysteme einzelner, 
wenn nicht vieler Betriebe durchaus nicht der Höhe ihrer tech 
nischen Entwicklung entsprechen. 
Vor einer Übertreibung ist zu warnen; wenn ein Unternehmen 
mit Verlust arbeitet, so darf nicht alle Schuld den Mängeln der 
Kostenverrechnung zugerechnet werden. Geringe Leistungsfähigkeit, 
Mangel an Ökonomie und vieles andere werden mitschuldig sein. 
Häufig arbeiten junge Unternehmungen mit Verlust, da die not 
wendigen Betriebserfahrungen fehlen. 
Preispolitik. 
§ 9. Wir erwähnten, daß die Kostenberechnung die Grund 
lagen für die Kalkulation des Verkaufspreises liefert. Dieser be 
rücksichtigt die allgemeinen und die besonderen Verkaufskosten, 
z. B. Handlungskosten, Zinsenverluste, Preisnachlässe, Provisionen 
usw. Die Verkaufskalkulation gibt somit an, welchen Verkaufspreis 
das Produkt auf Grund der Kostenberechnung haben müßte. Die 
Formel hierfür ist: 
V (Verkaufspreis) =r Herstellungskosten -J- Verkaufsunkosten 
= Selbstkosten -f- 
-j- Gewinnaufschlag.</div>
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