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        <title>Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe</title>
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            <surname>Leitner</surname>
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      <div>— 58 — 
umfassen Arbeitslöhne, Abschreibungen der Gebäude, Gewichtsver 
luste, Lagerzinsen; sie werden durch Zuschlag zum Anschaffungs 
wert der eingekauften und an die Betriebsabteilungen zum durch 
schnittlichen Selbstkostenpreis abgegebenen Waren verrechnet. Die 
Yerrechnung der Was s er besch af f ungs k o s ten zeigt das 
Schema (S. 56). Die Kosten der elektrischen Zentrale (An 
teil an den Dampfkosten und Löhnen, zuzüglich Aufschlag für 
Generalunkosten, Materialien 10% Aufschlag für Magazinkosten, 
Abschreibung und Verzinsung der Anlagen) werden dem Konto 
für diesen Hilfsbetrieb belastet, die Gesamtleistungen —- Stromab 
gabe in Kilowattstunden — für die Arbeitstage eines Monats er 
mittelt und auf die einzelnen Betriebsstellen imi Verhältnis des Kraft- 
und Lichtverbrauches verteilt. Andere großbetriebliche Unter 
nehmungen begnügen sich mit einer quartalsweisen Kostenverteilung, 
was insofern unzweckmäßig ist, als die Schwankungen in den 
Betriebsverhältnissen durch die Länge der Bestimmungsperiode ver 
schleiert werden können. Die Kosten der Dampferzeugung 
werden auf dem Konto des Kesselhauses verrechnet (s. Schema S. 57). 
Die Kosten der Fabrikeisenbahn werden auf dem Hilfskonto 
verrechnet und auf Generalunkostenkonto umgebucht. Ihnen sind 
zuzurechnen: Betriebs- und Unterhaltungskosten, Verbrauch an 
Kohle, Schmieröl und anderen Materialien, Verzinsung und Ab-, 
Schreibung auf Gleis- und Bahnanlagen. Die Konten der Werk- 
statte und der Bauabteilung verrechnen die Kosten der 
Reparaturen und Bauarbeiten: Lohn und Nebenkosten im Soll; soweit 
die Arbeit für eine bestimmte Abteilung der Fabrik ausgeführt wird, 
werden dieser die Löhne -j- Aufschlag (im Beispiel 120% und 
80%) für Nebenkosten belastet, dem Werkstattkonto kreditiert. Der 
unverrechnete Rest der Werkstattkosten wird den Generalspesen 
zugeschlagen. 
Die Kontenbeispiele zeigen, daß eine monatliche bzw. in anderen 
Betrieben vierteljährliche Auflösung, d. h. Ausgleichung der Kosten 
konten durch Übertragung der Kostenanteile auf die einzelnen Be 
triebsabteilungen (Produktionsbetriebe) stattfindet. In Brauereien bei 
spielsweise begnügt man sich, die einzelnen Bestandteile der Selbst 
kosten kontenförmig festzustellen, deren Saldo beim Jahresabschluß 
auf die Gewinn- und Verlustrechnung zu übertragen (vgl. das Bei 
spiel S. 50 f.) und die Selbstkostenberechnung bzw. Kostenverteilung 
selbständig durchzuführen. 
6. Beispiel. 
Die folgende Übersicht gibt einen Einblick in das vielgliedrige 
Kontensystem eines Großbetriebes des Maschinenbaues, soweit die 
Unkosten in Frage kommen. (Vgl. auch, das Kontierungsschema eines 
Hüttenbetriebes im VH. Abschnitt.)</div>
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